Rolle des MES in der Fertigungs-IT von morgenFertigungs-IT muss Altsysteme einbeziehen können

5. März 2019

Entwicklungen im Rahmen des Zukunftsprojekts Industrie 4.0 stellen Manufacturing Execution Systems (MES) immer wieder in Frage und trotzdem ist bisher keine alternative Lösung verfügbar. Zwar hält der Markt auch innovative Plattform-Ansätze bereit, aber sind die schon produktiv nutzbar? Aus Sicht von MPDV, Anbieter von Software für die Smart Factory, beschreibt Nathalie Kletti, Vice President Enterprise Development, auf was Anwender achten sollten, wenn sie zukunftssichere Fertigungs-IT einführen wollen.

Auch wenn es der Wunsch vieler Innovationstreiber ist, so können die wenigsten Unternehmen im Sinne eines Green-Field-Ansatzes von heute auf morgen alle alten Maschinen entsorgen und noch einmal komplett neu anfangen. Vielmehr ist der Brown-Field-Ansatz von essenzieller Bedeutung. Und hier liegt einer der wichtigsten Anforderungen an die Fertigungs-IT von morgen:

Anzeige
it clientmanagement ad

Die Fertigungs-IT von morgen muss sowohl mit modernen, als auch mit älteren Maschinen umgehen können – wie, das ist eher nebensächlich. Des Weiteren ist die Öffnung der Systeme, also das Angebot standardisierter Schnittstellen unabdingbar. Schon heute brauchen immer mehr Unternehmen verschiedenste Speziallösungen, die aber doch mit dem gesetzten Standard-System zusammenspielen müssen.

Umso wichtiger sind leistungsfähige Schnittstellen. Als zielführend hat sich hierbei das REST-Prinzip erwiesen, dass über Service-Aufrufe eine umfangreiche Interaktion zwischen IT-Systemen ermöglicht. Nur so können Netzwerke aus vielen nutzbringenden Anwendungen entstehen. Kurz gesagt: Die Fertigungs-IT von morgen muss offen und interoperabel sein sowie über standardisierte Schnittstellen verfügen.

Automatisierte Datenerfassung

Auf Basis der verfügbaren Technologien haben aber auch die Menschen in der Fertigung Anforderungen an die IT. Die Datenerfassung sollte möglichst automatisiert ablaufen und bei manuellen Eingaben sollte das System den Werker dabei unterstützen, korrekte Werte zu erfassen. Auswertungen und Dashboard müssen übersichtlich und ausreichend flexibel sein. Technische Raffinessen wie beispielsweise der Einsatz von Smartphone oder Tablet sollten dabei gezielt eingesetzt werden.

Eine weitere Anforderung könnte also lauten: Die Fertigungs-IT von morgen muss ergonomisch und anwendungsorientiert sein. Viele werden dabei erwarten, dass Cloud-Computing oder das Internet of Things (IoT) wesentliche Anforderungen an Fertigungs-IT stellen würden. Das Gegenteil ist der Fall: Die Fertigungs-IT stellt Anforderungen an die umliegende IT-Landschaft. Die Verfügbarkeit der Anwendungen sowie die notwendige Sicherheit der dazugehörigen Daten sollten im Fokus stehen und nicht der Wunsch, in die Cloud zu gehen. Das IoT kann dabei ein nützliches Werkzeug sein, um Daten für die Fertigungs-IT zu beschaffen bzw. zu verteilen. Anders formuliert bedeutet das, dass die Fertigungs-IT von morgen ihre Anforderungen an die IT-Landschaft klar definieren muss und nicht umgekehrt.

Big Data und Analytics sind einzubeziehen

Beim Thema Daten ist natürlich der Schritt zu „Big Data“ und „Analytics“ nicht weit. Selbstverständlich spielt die Fertigungs-IT auch hier eine wesentliche Rolle. Um auch morgen noch effizient und vorgabenkonform produzieren zu können muss die Fertigungs-IT immer mehr Daten erfassen und auch verarbeiten. Dazu werden leistungsfähige Tools zu deren Analyse benötigt. Je nach Architekturansatz können Analytics-Funktionen bedarfsgerecht entweder integriert oder angebunden werden.

Daher lautet die nächste Devise, dass die Fertigungs-IT von morgen leistungsfähige Analytics-Funktionen beinhalten oder effizient anbinden können muss. Die meisten dieser Anforderungen kann ein integriertes MES wie HYDRA von MPDV bereits heute meistern – für manche muss der eine oder andere Hersteller wohl noch etwas an seinem System tun.

Offene Plattform als alternativer Ansatz

Ein anderer Weg zur Fertigungs-IT von morgen führt laut Kletti über eine offene Plattformarchitektur. Sinn und Zweck eines solchen Ansatzes ist die Kombination von beliebigen Anwendungen unterschiedlicher Anbieter. MPDV verweist dazu auf das wachsende Ökosystem rund um die Manufacturing Integration Platform (MIP).

csm nathalie kletti mpdv px ad
Nathalie Kletti kommentiert und zeigt mögliche Lösungen im Umfeld von MES auf. Quelle: MPDV

Die Zukunft bietet der Fertigungsindustrie also die Wahl zwischen einem „out-of-the-box“-Ansatz mit einem MES wie HYDRA oder einem „do-it-yourself“-Ansatz mit einer Plattform wie der MIP. Ich empfehle Fertigungsunternehmen, jetzt zu handeln, es aber mit Bedacht anzugehen. Dabei gilt es gut zu überlegen, was das jeweilige Unternehmen wirklich braucht und dann Schritt für Schritt geeignete Fertigungs-IT einzuführen – zum Beispiel eine MES oder eine Plattform wie die MIP.“

Nathalie Kletti, ist Vice President Enterprise Development bei MPDV.

Hier geht es zu MPDV Mikrolab

Lesen Sie auch