NTT Security fordert Vehicle Security Operation Centers für digitale FahrzeugeIT-Risiken in Autos reduzieren

19. Februar 2019

An der Entwicklung von Vehicle Security Operation Centers (V-SOCs) arbeitet NTT Security, das „Security Center of Excellence“ der NTT Group. Automobilhersteller können die IT-Risiken von digitalisierten Fahrzeugen damit deutlich reduzieren.

Unter der Bezeichnung Connected Cars rangieren Fahrzeuge bezichnet, die über einen Internetzugang verfügen und zum Informationsaustausch mit Smartphones, Tablets oder auch Drittanbietern von Soft- und Hardware fähig sind. FDiese Art von Fahrzeugen eröffnet den Fahrern einige Vorteile: So können zum Beispiel in Echtzeit Daten über Unfälle, Geschwindigkeitsübertretungen oder auch den Zustand des Fahrzeugs übermittelt werden, aber auch Entertainment-Angebote für die Mitfahrer heruntergeladen werden.

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Doch mit der Digitalisierung von Fahrzeugen, unter anderem für Connected Cars und die Sisziplin autonomes Fahren, rückt auch die Sicherheit der IT-Systeme in den Fokus von Fahrzeugherstellern. Das Risiko, dass Fahrzeuge angegriffen werden können, ist beträchtlich: Es reicht vom Öffnen einzelner Fahrzeuge per App über das verdeckte Anlegen von Benutzerprofilen bis zum Manipulieren kompletter Fahrzeugdaten.

Bei ungesicherten Systemen kann ein Angreifer ohne weiteres feststellen, wer wann auf welchem Weg wohin gefahren ist und wie lange er sich wo aufgehalten hat. Im schlimmsten Fall können Hacker ganze Fahrzeugflotten lahmlegen oder, noch schlimmer, sogar Unfälle provozieren.

Um solche Risiken zu vermeiden, arbeitet NTT Security an der Entwicklung von V-SOCs, die auf der bestehenden, weltweit verteilten SOC-Infrastruktur des Anbieters basieren. In einer finalen Ausbaustufe analysieren die V-SOCs im Auftrag von Automobilherstellern die Kommunikationsdaten von Millionen von Fahrzeugen, zum Beispiel hinsichtlich der Manipulation des Datenstroms beim Aktivieren der Bremsen oder Airbags.

Menge der Daten als Herausforderung

Die große Herausforderung beim Aufbau eines V-SOC besteht in der Menge der Daten: Derzeit produziert ein einzelnes Connected Car rund 26 Gigabyte pro Stunde – entsprechend mehr sind es bei Millionen von Fahrzeugen. „Diese Datenmenge lässt sich mit den aktuellen technischen Möglichkeiten nicht an eine Backend-Infrastruktur übermitteln, um sie dort zu analysieren“, erklärt René Bader, Lead Consultant Secure Business Applications EMEA bei NTT Security. „Man benötigt daher nicht nur verteilte V-SOCs, sondern auch eine Vorbewertung von Ereignissen innerhalb eines Fahrzeugs, etwa durch KI-Komponenten. Bei relevanten Ereignissen werden die betreffenden Daten an das SOC übermittelt, wo sie von Spezialisten ausgewertet werden.“

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René Bader ist Lead Consultant Secure Business Applications EMEA bei NTT Security; Quelle: NTT Security

Hier kann dann entschieden werden, ob es sich um einen echten Angriff handelt und ob man also Gegenmaßnahmen einleiten muss – etwa durch das Aufspielen von Software-Updates. Im Extremfall würde ein Fahrzeug sogar stillgelegt werden. Ist ein Ereignis harmlos, lernt die KI, es künftig richtig zu identifizieren.

Bader fordert daher die Einrichtung von V-SOCs als Standard für Connected Cars und autonome Fahrzeuge: „Ein verteiltes V-SOC ist das geeignete Mittel gegen die wachsenden Risiken des digitalen Fahrens.“ In den bereits initiierten Pilotprojekten zeige sich deutlich, dass vor der Umsetzung in echten Anwendungen allerdings noch einige rechtliche Fragen zu klären seien: So sei noch offen, wer letzten Endes die Hoheit über die sicherheitsrelevanten Daten eines Fahrzeugs hat. Normalerweise ist es der Eigentümer beziehungsweise Fahrzeugbetreiber, sodass ein Security-Anbieter nicht ohne weiteres in die Infrastruktur eingreifen darf, um beispielsweise aus Sicherheitsgründen eine Kommunikation zu unterbinden. (rhh)

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