Studie von Tata Communications zu KI, IoT, Predictive Analytics und BlockchainDie Schere der digitalen Transformation geht weiter auseinander

3. Januar 2019

Die Studie „The Cycle of Progress“ zeigt, dass Führungskräfte die digitale Transformation ihrer Organisation deutlich anders einschätzen als ihre Manager, die die neuen Technologien implementieren. Demnach sind die Entscheidungsträger in Europa und Nordamerika optimistischer, was das Potenzial digitaler Lösungen zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu ihren Wettbewerbern in Asien und dem Mittleren Osten betrifft. Dennoch erweisen sich die vermeintlich hohen Innovationskosten, der Mangel an Fähigkeiten und die Gefahr von Cyberangriffen als große Hindernisse für die digitale Transformation weltweit.

Die halbjährliche, von Tata Communications beauftragte Studie zielt darauf ab, die Leistungsfähigkeit und das Potenzial digitaler Infrastruktur in der globalen digitalen Wirtschaft zu bewerten, indem sie die Ansichten der Entscheidungsträger über neue Technologien verfolgt. Die Vorstandsmitglieder und die Befragten auf der C-Ebene haben drastisch andere Ansichten über die Bereitschaft der Einführung neuer Technologien als der Rest ihrer Organisation. Die Studie ergab, dass 41 Prozent der Vorstandsmitglieder und 33 Prozent der leitenden Angestellten glauben, dass sie ihre Branche bei der Einführung neuer Technologien anführen, verglichen mit nur 18 Prozent der Direktoren und 14 Prozent der Abteilungsleiter.

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„Die Studie ‚The Cycle of Progress‘ gilt als ein Weckruf für Unternehmen. Es wird klar, dass es eine Kluft zwischen Wahrnehmung und Realität gibt, die mit der zunehmenden Innovationsgeschwindigkeit zwischen den verschiedenen Ebenen in Unternehmen entsteht“, sagt Srinivasan CR, Chief Digital Officer bei Tata Communications. „Diese Diskrepanz zeigt, dass Geschäftsführer und Leiter von Geschäftseinheiten den CEO besser über alle Herausforderungen informieren müssen, vor denen sie bei der Einführung neuer Technologien wie IoT und KI stehen. CEOs sollten ihren Teams mehr Fragen stellen und sich nicht vom Hype der digitalen Transformation mitreißen lassen. Dieser Reality-Check wird Unternehmen dabei helfen, das Beste aus den neuesten technologischen Innovationen zu machen, um neue Kundenerlebnisse zu schaffen und ihre Betriebsabläufe neu aufzustellen.“

Skepsis gegenüber der KI

Unabhängig davon, wo sich ihr Unternehmen auf seinem Weg der digitalen Transformation befindet, sind die Entscheidungsträger fest auf die positiven Auswirkungen der Technologie ausgerichtet. Laut „The Cycle of Progress“ sehen sie einen „signifikanten“ positiven Einfluss von IoT (48 Prozent), Predictive Analytics (43 Prozent) und AI (43 Prozent). Interessant ist, dass Entscheider im Europa und den USA dazu neigen, die KI weniger optimistisch zu sehen als ihre asiatischen Kollegen. So bewerten beispielsweise Entscheidungsträger in Deutschland die positiven Auswirkungen der KI als nur gering (41 Prozent), bis hin zu gar keinen oder sogar negativen Auswirkungen an (29 Prozent), während indische Entscheidungsträger sie als signifikant oder leicht positiv sehen (95 Prozent).

„Trotz der Panikmache einiger, dass Menschen und Roboter nicht nebeneinander existieren können, zeigt unsere Studie gerade im internationalen Vergleich, dass sich Wirtschaftsführer weltweit auf die positiven Auswirkungen technologischer Innovationen konzentrieren“, so Srinivasan CR weiter. „Und während die KI-Hype-Maschine vielleicht in einen Overdrive gerät, scheint es, dass Unternehmen derzeit sowohl IoT als auch Predictive Analytics als größere Treiber der digitalen Transformation bewerten als die neuen Anwendungen der KI, von denen wir so viel hören.“

Technologie bringt neuen Wohlstand – aber auch Probleme

Der „Cycle of Progress“ deutet darauf hin, dass einige Technologien weltweit in großen und kleinen Unternehmen allgegenwärtig werden. IoT (53 Prozent weltweit, 43 Prozent in Deutschland), Predictive Analytics (51 Prozent, 37 Prozent in Deutschland), KI (46 Prozent, 41 Prozent in Deutschland) und Blockchain (44 Prozent, 36 Prozent in Deutschland) sind die am weitesten verbreiteten Technologien in den Unternehmen der Befragten, wobei Vertrieb und Marketing sowie Kundenservice bei der Nutzung dieser Technologien weiter vorne liegen als Finanzen, Personal und Recht.

Interessant ist, dass deutsche Unternehmen dieselben Prioritäten setzen wie ihre internationale Konkurrenz, aber bei den rohen Zahlen in der Implementierung noch zurückliegen. Gerade Entscheidungsträger in Asien und im Nahen Osten ziehen aus dem Einsatz dieser Technologien größere Vorteile als in Europa und Nordamerika. So haben beispielsweise 41 Prozent der Entscheidungsträger in Singapur neue Einnahmequellen durch den Einsatz von IoT gesehen, verglichen mit nur 24 Prozent derjenigen in Deutschland und 19 Prozent in Großbritannien.

Die Probleme, die sich aus dem Einsatz neuer Technologien ergeben, sind universell. So geben beispielsweise 38 Prozent der Befragten in Nordamerika und 36 Prozent der Befragten in Indien an, dass sie nach der Einführung der KI Sicherheitsprobleme hatten – gegenüber nur 19 Prozent bei deutschen Unternehmen. Auch in den gesellschaftlichen Auswirkungen geben sich die Befragten weltweit enthusiastischer als Hierzulande: Sie sagen voraus, dass KI (72 Prozent, Deutschland 63 Prozent), Predictive Analytics (73 Prozent, Deutschland 55 Prozent), Blockchain (65 Prozent, Deutschland 54 Prozent) und IoT (75 Prozent, Deutschland 69 Prozent) eine positive gesellschaftliche Wirkung haben können, die über ihr eigenes Geschäft hinausgeht.

Sicherheits- und Datenschutzbedenken vorherrschend

Trotz der Vorteile der digitalen Technologien sind die Angst vor steigenden Kosten (43 Prozent), Sicherheit (40 Prozent) und Privatsphäre (37 Prozent) die wichtigsten Hindernisse für die Akzeptanz von Geschäftsentscheidern. Auch der Fachkräftemangel ist längst weltweites Thema: Unternehmensführer fühlen sich nicht auf die Auswirkungen digitaler Innovationen vorbereitet, da 30 Prozent aller Befragten den Mangel an geeigneten Fähigkeiten als Besorgnis erregend bezeichneten und ein ähnlicher Anteil (28 Prozent) darauf hinwies, dass es bei den Mitarbeitern ein mangelndes Verständnis für die Umsetzung neuer Technologien gibt.

„Die Technologieanforderungen der Unternehmen werden in der heutigen digitalen Wirtschaft immer komplexer: Sie benötigen nicht nur neue Plattformen und Systeme, auf denen neue innovative Dienste nahtlos und sicher aufgebaut werden können, sondern auch einen unternehmensweiten Wandel in der Denkweise. In dieser Landschaft muss es eine Kultur des ständigen Lernens und der Agilität geben, um die digitale Transformation im gesamten Unternehmen zu beschleunigen“, so Srinivasan CR. (rhh)

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