Lünendonk-Liste 2020 zu Managementberatungen in DeutschlandEffizienzsteigerung und Kostensenkung sind die Top-Themen

26. Mai 2020

Die führenden Managementberatungs-Unternehmen der aktuellen Lünendonk-Liste erzielten 2019 einen Umsatz von fast 10 Milliarden Euro (9,7 Mrd. Euro) mit Kunden in Deutschland. Bemessen am Marktvolumen des Branchenverbandes BDU e.V. entfällt somit auf sie mindestens jeder vierte Euro Beratungsumsatz. Im zehnten Jahr in Folge konnten die Beratungsunternehmen ihre Umsätze auch 2019 steigern, die Wachstumsdynamik hat gegenüber den Vorjahren aber deutlich abgenommen. So wuchsen die 15 größten Managementberatungen deutschen Ursprungs um circa 6,2 Prozent und die führenden internationalen Beratungskonzerne um geschätzt rund 8 Prozent.

„Gegenüber den zurückliegenden fünf Jahren, in denen die Wachstumsraten stets oberhalb von 10 Prozent lagen, zeigen sich bereits erste Auswirkungen der konjunkturellen Eintrübung im dritten und vierten Quartal 2019, insbesondere in der wichtigsten Kundenbranche Automobilindustrie“, sagt Jonas Lünendonk, geschäftsführender Gesellschafter, Studienautor und Experte für den deutschen Beratungsmarkt bei Lünendonk & Hossenfelder. Für das aktuelle Jahr 2020 veröffentlicht Lünendonk & Hossenfelder nicht die vor der Corona-Krise getätigten Prognosen der Beratungsunternehmen, da derzeit verlässliche Aussagen über die Geschäftsentwicklung im Beratungsmarkt in den nächsten Monaten kaum möglich sind.

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„Unsere Daten der letzten 30 Jahre zeigen jedoch, dass eine hohe Korrelation zwischen der Entwicklung des Beratungsmarktes und dem deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) existiert. Bei einem prognostizierten Rückgang des BIP um 6,5 Prozent laut der EU-Kommission im Mai 2020 wird der Beratungsmarkt ebenfalls schrumpfen. Sobald die Konjunktur wieder anspringt, wird dies auch den Beratungsmarkt beleben“, prognostiziert Jonas Lünendonk.

Top 15 der deutschen Beratungen

Die 15 führenden Managementberatungen mit Hauptsitz und Mehrheit des Stammkapitals in Deutschland erzielten 2019 weltweit rund 2,8 Milliarden Euro mit in Summe 12.600 Mitarbeitern. Dabei entfallen nahezu 60 Prozent des Umsatzes auf den deutschen Markt. Auch im Jahr 2020 ist Roland Berger das größte Managementberatungs-Unternehmen mit deutschem Ursprung. Im fünften Jahr in Folge wuchs dessen Umsatz deutlich auf rund 650 Millionen Euro im Jahr 2019.

An zweiter Stelle folgt Simon-Kucher & Partners mit einem Gesamtumsatz von nahezu 360 Millionen Euro. Mit einer Wachstumsrate von über 15 Prozent zählt das Unternehmen auch dieses Jahr wieder zu den wachstumsstärksten Managementberatungs-Unternehmen. In diesem Jahr erstmals zu den Top 3 der deutschen Managementberatungen zählt Q_Perior aus München mit einem Gesamtumsatz von 214 Millionen Euro. Auf den Plätzen vier, fünf und sechs und mit einem Umsatz von jeweils über 200 Millionen Euro folgen die Unternehmen Horvath, Porsche Consulting und Detecon.

Internationale Beratungskonzerne dominieren den deutschen Markt

Der deutsche Managementberatungsmarkt wird jedoch klar von den internationalen Beratungskonzernen dominiert. So erzielen die führenden internationalen Anbieter der Lünendonk®-Liste 2020 geschätzt 8,1 Milliarden Euro mit Beratungsdienstleistungen in Deutschland. Marktführer sind die beiden internationalen Strategieberatungen McKinsey und Boston Consulting Group, gefolgt von den Advisory-Einheiten der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Deloitte und PricewaterhouseCoopers sowie der Consulting-Einheit von Accenture. Vor diesem Hintergrund ist es wenig überraschend, dass jedes dieser Unternehmen von mindesten 25 Prozent der befragten Unternehmen der Lünendonk-Studie 2020 „Managementberatung in Deutschland“ als sehr starker Wettbewerber genannt wird.

„In den letzten Jahren haben besonders die großen und internationalen Beratungskonzerne höhere Wachstumsraten erzielen können. Hier zeigen sich die gestiegenen Anforderungen an die Breite des Portfolios der Beratungsunternehmen im Zuge der Digitalisierung. Kunden fordern neben Branchen- und Methoden-Know-how auch Expertise in Data Analytics, Design, Innovationsentwicklung sowie Digitalthemen unter einem Dach, um eine End-to-end-Prozessoptimierung oder -Geschäftsmodellentwicklung sicherzustellen“, sagt Jonas Lünendonk.

Effizienzsteigerung und Kostensenkung durch Digitalisierung

Ausgelöst durch die Konjunktureintrübung und verstärkt durch die Corona-Krise stehen aktuell wieder Effizienzsteigerungs- und Kostensenkungsprojekte ganz oben auf der Agenda der Beratungskunden. Die Digitalisierung zahlreicher Geschäfts- und Transaktionsprozesse hat in den letzten zehn Jahren vielfach die Basis geschaffen, um nun zahlreiche Prozesse mittel Big-Data-Tools zu analysieren und gezielt zu optimieren.

Besonders Themen rund um die Automatisierung von Sekundärprozessen stehen im Fokus, so die Einschätzung der befragten Beratungsunternehmen. Dies sind erste Ergebnisse der im Juli erscheinenden umfassenden Lünendonk-Studie, für die über 65 Managementberatungs-Unternehmen in Deutschland befragt wurden. (rhh)

Lünendonk & Hossenfelder GmbH

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