Ende naht: Browser entziehen SHA-1 SSL-Zertifikaten das Vertrauen

29. November 2016

Wer eine höhere Sicherheitsstufe für seine Webseiten garantieren möchte, der muss sich nach Alternativen zum SHA-1 umsehen. Denn die Führenden Browser-Hersteller (Apple, Microsoft, Google und Mozilla) haben den Zeitplan bekannt gegeben, ab wann sie SHA-1 nicht mehr unterstützen:

•    Google Chrome: Mit der neuen Version 56 wird Chrome SHA-1 SSL-Zertifikate ab Januar 2017 nicht mehr vertrauen und informiert die Anwender durch eine Sicherheitswarnung.
•    Mozilla Firefox: Auch mit der neuen Version Firefox 51 im Januar 2017 zeigt der Browser bei jeder Seite, die immer noch SHA-1 verwendet, an: „Keine vertrauenswürdige Verbindung“.
•    Apple Safari: Es liegt noch kein genaues Datum vor, wann Apple offiziell SHA-1-Zertifikaten nicht mehr vertraut. Die letzten Versionshinweise für MacOS empfehlen dringend, Webseiten mit SHA-1 so schnell wie möglich zu meiden. Die Sierra-Version des Browsers zeigt mittlerweile nicht mehr das grüne Vorhängeschloss, das auf eine vertrauenswürdige Webseite hinweist.
•    Microsoft Internet Explorer und Edge: Webseiten, die zum Start des neuen Browser am 14. Februar 2017 immer noch SHA-1 verwenden, werden einfach nicht mehr geladen. Anwender können aber nach einer Warnung entscheiden, ob sie die Webseite aufrufen wollen.

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„In vielen dieser Fälle sollte allerdings beachtet werden, dass manuell installierte oder selbst signierte Zertifikate weiterhin unterstützt werden“, so Michael Veit, IT-Sicherheitsexperte bei Sophos.

Es hat lange gedauert, bis es zu der Ablehnung von SHA-1 kam. Fast alle Webseiten vertrauen seit langer Zeit auf SHA-1-Zertifikaten für ihre SSL-Verschlüsselung. Weil sie allerdings so weit verbreitet sind, können sie auch leicht gehackt werden und sind so ein beliebtes Ziel von Passwort-Hackern. Webseiten, die Passwörter der Anwender mit SHA-1 ausgeben, machen es Hackern besonders einfach: Wie kürzlich bei Naked Security berichtet, kann ein Password Cracking Server jede mögliche Passwort-Variante mit SHA-1 innerhalb einer Stunde ermitteln. SHA-1 stand in Verbindung mit vielen Sicherheitsvorfällen in der Vergangenheit, wie zum Beispiel bei LinkedIn oder LivingSocial.

Die Forderung, SHA-1 nicht mehr zu verwenden, geht bereits auf das Jahr 2005 zurück. 2012 hat das National Institute of Standards and Technology (NIST) seine Sicherheitsrichtlinien Special Publication 800-57 aktualisiert und empfahl die Aufhebung von SHA-1 als Standard. Doch erst als Google 2014 mitteilte, Webseiten aktiv zu ahnden, die SHA-1 nach 2016 verwenden, bewegte sich etwas – auch bei den Leuten, bei denen die Botschaft bis dahin noch nicht durchgedrungen war. (rhh)

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