Cyber-Kriminalität im Alltag:Jede zehnte Person in Deutschland allein im Vorjahr betroffen
11. Mai 2026
Viele Menschen informieren sich über ihre persönliche IT-Sicherheit erst im Ernstfall – so das Ergebnis des Cyber-Sicherheitsmonitors 2026. Die repräsentative Befragung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) beleuchtet das Schutzverhalten der Bevölkerung und ihre Betroffenheit von Cyber-Kriminalität. Dabei zeigt sich auch: Allein in den vergangenen zwölf Monaten war jeder Zehnte von einer Straftat im Internet betroffen (11 Prozent). Häufigster Tatbestand bleibt Betrug beim Online-Shopping.
Cyber-Sicherheit muss im Alltag von Verbraucherinnen und Verbrauchern einfacher, präsenter und verständlicher werden. Viele Menschen wollen sich sicher online bewegen, brauchen dafür aber niedrigschwellige Informationen. Diese liefert das BSI, etwa indem Anleitungen für Sicherheitsmaßnahmen im digitalen Alltag bereitgestellt und Lehrkräfte befähigt werden, das Thema in ihren Unterricht zu holen. Zugleich darf man die Verantwortung nicht allein bei den Nutzern abladen: Hersteller und Anbieter digitaler Geräte und Anwendungen müssen sichere Produkte und Dienste zum Standard machen.
Um den Methoden der Täterinnen und Täter den Boden zu entziehen, macht die Polizei deren Vorgehensweisen transparent. Das Zusammenspiel aus Prävention, Aufklärung und entschlossenem Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden trägt dazu bei, den digitalen Raum sicherer zu machen.
Besonders häufig erlebten Betroffene im Vorjahr Betrug beim Online-Shopping sowie -Banking, Fremdzugriffe auf Online-Accounts und Phishing. Zugleich zeigen sich deutliche Lücken beim Schutzverhalten: Nur 14 Prozent informieren sich regelmäßig über Cyber-Sicherheit, während sich 40 Prozent nur hin und wieder damit beschäftigen.
Unter den gängigen Schutzmaßnahmen sind zudem nur starke Passwörter sowie Antivirenprogramme mehr als der Hälfte der Befragten (55 bzw. 54 Prozent) überhaupt bekannt. Die Folgen von Cyber-Kriminalität sind für Betroffene jedoch oft spürbar: 88 Prozent berichten von einem Schaden, ein Drittel von finanziellen Verlusten (33 Prozent).
Im Rahmen ihrer Kooperation bauen BSI und ProPK auch ihr Unterstützungsangebot weiter aus. Neben allen Ergebnissen des Cyber-Sicherheitsmonitors finden sich auf den Websites der Partner auch zwei neue „Checklisten für den Ernstfall“: Diese geben Verbraucherinnen und Verbrauchern niedrigschwellige Orientierung in den Fällen von Betrug beim Online-Shopping und Identitätsdiebstahl.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) erheben im Rahmen des Cyber-Sicherheitsmonitors gemeinsam das Informations- und Schutzverhalten der Bevölkerung sowie ihre Betroffenheit von Cyber-Kriminalität. Die diesjährige Befragung wurde vom 6. bis zum 12. Januar 2026 durchgeführt. Dabei wurden 3.060 Personen ab 16 Jahren bundesweit befragt und die Ergebnisse anhand der Bevölkerungsstrukturmerkmale Alter, Geschlecht, Bundesland und Bildung in Deutschland gewichtet. (rhh)