Tipps zur Datensicherheit mit Augmented-Reality-LösungenSicherheit immer im Blick behalten

4. August 2020

Mitarbeiter können mithilfe von Wearables ihre Arbeit schneller, flexibler und sicherer ausführen, machen nachweislich weniger Fehler und sind bei der Arbeit zufriedener – so lauten die Vorteile der Nutzung von Lösungen aus dem Bereich Augmented-Reality (AR). Allerdings funktionieren Datenbrillen nur, wenn sie Daten aufnehmen. Die Sicherheit solcher Daten ist deshalb für alle Unternehmen, die AR-Lösungen einsetzen, ein großes Thema.

Nur 58 Prozent der 230 befragten deutschen Organisationen haben eine zentrale Strategie zur Informationssicherheit umgesetzt, so eine Studie der IDC Central Europe GmbH. Doch wie ist es um die Sicherheit der Daten bestellt, die von Wearables gesammelt werden, und welche Punkte gilt es dabei zu beachten? Experten haben dazu einige Punkte zusammengestellt:

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  • Auswahl und Verwaltung der Lösung: Bereits bei der Auswahl der Lösung sollten Firmen darauf achten, welche Features sie mitbringt. Einige Punkte sind dabei je nach Unternehmen und Einsatzbereich unterschiedlich bedeutsam, andere sollten in jedem Fall enthalten sein. Beispielweise ist es sinnvoll, Daten auf dem Wearable auch remote, lokal und automatisch löschen zu können, sollte das Gerät gestohlen werden oder verloren gehen. Auch eine Root-of-Trust, also eine Sicherheitsreferenz, als Basis für alle sicheren Operationen des Systems sollte vorhanden sein und von der Firmware bzw. dem Betriebssystem unterstützt werden. Nicht zuletzt sind regelmäßige Software-Updates sowie eine integrierte Anti-Viren-Software unverzichtbar, um die Sicherheit aufgenommener Daten zu gewährleisten.
  • Verschlüsselung: Ebenfalls unerlässlich ist die Verschlüsselung der Daten sowie der Netzwerkverbindungen, die über die Wearables hergestellt werden. Es handelt sich bei Fotos oder Videosequenzen häufig um sensible Daten, die in verschlüsselter Form besser geschützt sind. Wichtig ist aber auch, darauf zu achten, möglichst wenige sensible und personenbezogene Daten zu generieren – ein Punkt, den jeder Einzelne in die Tat umsetzen kann.
  • Physikalische Sicherheit: Mithilfe von Anti-Manipulationsmechanismen ist es möglich, unkontrollierte Überprüfungen oder Änderungen Dritter an der Hardware zu vermeiden. Zum Beispiel können die Nutzer selbst über die Öffnung freiliegender Anschlüsse wie etwa USB-Ports entscheiden. Diese sind vom Werk aus manchmal dauerhaft offen angelegt, um Verbindungen zu erleichtern. Auch hier sind also die individuellen Ansprüche an die Lösungen im Unternehmen zu beachten und die Geräte entsprechend anzupassen.
  • AR-Sicherheits-Framework der AREA: Die Augmented Reality for Enterprise Alliance (AREA) hat ein Rahmenwerk entwickelt, in dem die sichere Implementierung von AR-Lösungen in die IT-Infrastruktur von Unternehmen anhand von drei Phasen beschrieben wird. Diese Phasen sind die Identifikation relevanter Sicherheitsanforderungen, die Erstellung und Evaluation eines Sicherheitsdesigns sowie Tests der Infrastruktur mittels aktiver Angriffe. Dieses Rahmenwerk kann jedes Unternehmen, das AR-basierte Lösungen implementieren möchte, nutzen, um im Vorfeld eigene Anforderungen an die IT-Sicherheit zu identifizieren und das entwickelte Sicherheitsdesign zu prüfen.
  • Ganzheitliche IT-Sicherheitsstrategie: Ein weiterer Aspekt bezieht sich auf die Strategie von Unternehmen zur Gewährleistung der Datensicherheit. Die übergeordnete IT-Sicherheit sollte auf Führungsebene besprochen und ausgehandelt werden, möglichst auch zusammen mit dem CISO (Chief Information Security Officer). Einschätzungen und Maßnahmen zur Gewährleistung der Datensicherheit müssen zudem allen Mitarbeiter erläutert werden, um einen reibungslosen Ablauf beim Einsatz von AR-Lösungen sicherstellen zu können. Auch regelmäßige Sicherheitsschulungen für Mitarbeiter sind wichtig, um ihnen jederzeit die Bedeutung der IT-Security ins Gedächtnis zu rufen, erlernte Sicherheitspraktiken aufzufrischen und neue Erkenntnisse zu teilen.

Bereits bei der Auswahl der passenden AR-Plattform gilt es also einiges zu beachten, doch auch im Umgang mit den Lösungen sowie während ihres aktiven Einsatzes muss mit Vorsicht gehandelt werden. Wichtig ist: Datensicherheit geht alle etwas an! Wird das beachtet, können AR-Lösungen die Arbeit von Mitarbeiter in der Produktion nachhaltig verbessern. (rhh)

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