Entwicklung der IT Admin Kosten in 2020Cloud-Dienste gewinnen weiter an Attraktivität

18. Dezember 2020

Speichern von sensiblen Daten, Teamarbeit mit sicheren Kommunikationskanälen und Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen – Unternehmen stehen oft vor der Entscheidung: Zahlen wir einen IT-Administrator oder einen Cloud-Anbieter? Mit einem Umsatz von 250 Milliarden Dollar weltweit in 2020 weist der Trend hin zur Nutzung von Cloud-Diensten.

Dass Services in Rahmen des Cloud Computing im Jahr 2020 einen wahren Boom erlebt haben, ist kein Geheimnis. Besonders die Corona-Krise brachte viele Unternehmen zum Umdenken, plötzlich musste alles ganz schnell Home-Office tauglich werden. Durch diesen Umbruch stürzten sich viele Firmen Hals über Kopf in ein Format, dessen Potential sie vorher nicht gesehen hatten.

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Allein in Deutschland nutzen laut dem Cloud-Monitor 2020 im Jahr 2019 bereits 76 Prozent aller Unternehmen Cloud Computing. Nur noch 5 Prozent der Deutschen hat sich noch gar nicht mit der Cloud beschäftigt. Zum Vergleich: 2015 war Cloud Computing bereits in 54 Prozent der Unternehmen angekommen, jedoch war es für 28 Prozent absolut kein Thema. Bis 2022 soll der weltweite Umsatz von Cloud Computing laut Statista auf bis zu 360 Milliarden Dollar steigen, 2015 waren es nur 106 Milliarden Dollar.

Beruf des IT-Administrators verändert sich

Mehr Cloud Computing, weniger IT-Administratoren? Es kommt auf die Größe des Unternehmens und die Branche an. Kleine und mittelständische Unternehmen setzen verstärkt auf Lösungen, die keinen IT-Spezialisten mehr benötigen. Die Systeme sind in der Lage, sich selbst einzurichten. Über nutzerfreundliche Oberflächen kann auch jemand ohne IT-Know-how die Serverstruktur sowie Zugänge und Benutzerrechte aufsetzen. Updates und Backups übernehmen die Systeme in der Regel von selbst.

Besonders im Gesundheitswesen, der Logistik, der IT- oder Telekommunikation oder der Automobilbranche sind IT-Fachkräfte heiß begehrt. Hier wird nach wie vor auf IT-Administratoren gesetzt, um Systemausfällen vorzubeugen und im Ernstfall schnell reagieren zu können. Teilweise sind die Systeme so komplex, dass dafür eigens ausgebildete Fachkräfte eingesetzt werden.

Intern angestellte Fachkräfte bekommen im Schnitt ein Jahresgehalt zwischen 41.000 Euro und 60.000 Euro, während projektbasierte Tätigkeiten mit externen IT-Spezialisten einen Stundelohn zwischen 40 Euro und 100 Euro kosten. Dabei kommt es ebenfalls auf den Vertrag an, ob die Fachkräfte 24 Stunden erreichbar sein müssen oder einmal im Monat nach dem Rechten sehen. Gerade jetzt in Zeiten von Corona sind jedoch die projektbasierten Tätigkeiten gesunken, denn externe potentielle Risikoträger im eigenen Haus zu haben, ist den meisten zu unsicher.

IT-Fachkräftemangel ist so hoch wie nie zu vor

Laut der Agentur für Arbeit waren im Jahr 2018 802.000 sozialversicherungspflichtige IT-Fachleute in Deutschland beschäftigt – 47.000 Beschäftigte mehr als im Vorjahr. Trotzdem steht der IT-Fachkräftemangel noch immer im Raum, obwohl das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) einen Ersatz vieler IT-Tätigkeiten durch Computer für möglich hält. Laut Branchenverband Bitkom sind Anfang 2020 immer noch 124.000 Arbeitsstellen im IT-Bereich unterbesetzt.

Allerdings traf auch die Corona-Pandemie den IT-Mittelstand. Denn im März 2020 sanken die Aufträge deutlich, jedoch stabilisierte sich der Arbeitsmarkt laut dem Bitkom IT-Mittelstandsbericht Ende 2020 langsam wieder. Im Jahr 2021 wird es also keinen Rückgang der Nachfrage an IT-Fachkräften geben, der Markt wird sich aber in den kommenden Jahren zunehmend verändern. Er wird sich von Standardaufgaben abwenden und hin zu neuen Herausforderungen wenden – Kontrolle von neu entwickelten Tools, komplexen Systemen und die Einrichtung von Cloud-Lösungen.

Cloud Computing ist die neue Festplatte – nur besser

Alles was ein User vorher auf der eigenen Festplatte oder dem Rechner gespeichert hat, wandert nun in die Cloud. Je nach Anbieter, Anwendung und Features kann man zwischen verschiedenen Lizenzmodellen wählen. Laut Statista nutzten deutsche Unternehmen 2018 täglich Cloud-Programme, um Daten zu speichern, Emailprogramme zu hosten oder Office-Anwendungen zu nutzen.

Am wichtigsten sind Unternehmen im Jahr 2020 die Konformität mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung (96 Prozent), Transparenz der Sicherheitsarchitektur (88 Prozent) oder spezielle Anforderungen an die Cloud Provider (87 Prozent). Es geht den Firmen darum, einfach, sicher und schnell auf ihre Daten zugreifen zu können – und das von überall.
Wenig technische Erfahrung kommt in vielen Unternehmen hinzu, ebenso wie die sinkende Angst vor möglichen Risiken der Cloud. Vor ein paar Jahren noch war das Thema Cloud Computing immer wieder mit Unsicherheit und Cyber-Kriminalität auf eine Stufe gestellt worden.

Cloud Computing wird immer größer

Besonders KMUs kennen sich oft nicht tiefgründig mit bestimmten IT-Administrationstätigkeiten aus und ziehen einen Cloud-Anbieter einer Lösung aus dem IT-Systemhaus vor. Der Grund: einfacher, sicherer Zugriff auf die Cloud von überall und langfristig auch die kostengünstigere Alternative.

In Deutschland kann aus einer Vielzahl an Cloud-Diensten gewählt werden: Zu den bekanntesten gehören Google Drive oder Microsoft 365 für Datei-Sharing. Datenschutzrechtlich ist deren Einsatz aber oft nicht erlaubt.

Auf der sicheren Seite ist man mit einer Privaten Cloud: die Kombination aus eigenem Server und Cloud-Umgebung, wie sie beispielsweise die Cloud Plattform Elly bietet. Hierbei kommt es auch immer darauf an, auf was das Unternehmen Wert legt und braucht. Geht es nur um die Datenspeicherung und den Austausch liegt der monatliche Preis zwischen 10 Euro und 50 Euro pro Nutzer. Kommen noch individuellere Anwendungen hinzu, wie z.B. sichere Kommunikationskanäle oder E-Mail- Services kann der Preis auch bei bis zu 300 Euro pro Nutzer liegen.

Matthias Bollwein ist Mitgründer von Uniki.

Uniki / Elly Server

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