Im Zeichen von Remote Work: So lassen sich die Risiken von BYOD beherrschen

21. April 2022

Moderne Unternehmen müssen sich mit den Möglichkeiten und Risiken des Verschwimmens der Grenze zwischen der Business-Welt und dem Privatleben auseinandersetzen und eine wichtige Frage klären: Wie lassen sich in einem solchen Geschäftsumfeld sensible Daten zuverlässig schützen? Der folgende Artikel blickt auf den aktuellen Stand von BYOD (Bring-Your-Own-Device), warum es bei vielen Firmen so beliebt ist und wie sich die damit verbundenen Risiken vermeiden lassen.

Das Thema BYOD war bereits vor der Pandemie keine Seltenheit, aber durch die Zunahme des Arbeitens in den eigenen vier Wänden gehören private Geräte noch mehr zum Berufsalltag. Remote Work hat vielen Unternehmen geholfen, die Anfänge der Krise erfolgreich zu überstehen.

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Allerdings brachten die neuen Möglichkeiten auch ernsthafte Sicherheitsrisiken durch immer häufigere und ausgeklügeltere Cyber-Attacken mit sich. Viele Firmen standen daher vor der Herausforderung, ein produktives, sicheres und trotzdem angenehmes Umfeld für Mitarbeiter zu schaffen.

BYOD im beruflichen Alltag

Nach Angaben des Security Magazine wird sich der Markt für BYOD und Unternehmensmobilität weltweit mehr als verdoppeln – von 61,4 Milliarden Dollar (2020) auf 157,3 Milliarden Dollar (2026). Ein mit BYOD ausgestatteter Beschäftigter arbeitet im Durchschnitt zwei Stunden mehr pro Tag. Damit generieren Unternehmen dank BYOD jedes Jahr einen Mehrwert von 350 Dollar pro Mitarbeiter.

Aber nicht nur den Arbeitgebern, auch den Beschäftigten bietet Bring-Your-Own-Device große Vorteile. Mitarbeiter schätzen besonders die Flexibilität durch das eigene Smartphone. Dadurch können sie berufliche und private Verpflichtungen besser miteinander vereinbaren.

Dieser Benefit erhöht die Loyalität gegenüber dem Unternehmen und bietet zusätzlich einen Anreiz für neue Talente, sich zu bewerben. Allerdings dürfen IT-Abteilungen die Risiken von BYOD nicht unterschätzen. Sie sollten sicherstellen, dass die Mitarbeiter ihre Geräte so sicher wie möglich nutzen.
Klare Regelungen für alle Mitarbeiter
Für ein sicheres Arbeitsumfeld hat sich in der Praxis eine klar definierte BYOD-Richtlinie bewährt. Sie bestimmt den Rahmen für die geschäftliche Nutzung von persönlichen Geräten. Das IT-Team sollte bereits im Vorfeld festlegen, wie es die neuen Regelungen durchsetzen will, und auch die Unternehmensleitung muss mit diesem Ansatz einverstanden sein. Wenn die BYOD-Richtlinie fertiggestellt ist, geben die Mitarbeiter durch eine Unterschrift ihre Zustimmung.

Jedes Unternehmen muss einen eigenen Weg finden, mit BYOD-Geräten umzugehen. Manche behandeln sie wie geschäftseigene Hardware, andere nehmen eine freizügigere Haltung ein. Dabei sind stets Vor- und Nachteile abzuwägen: Was ist angesichts der Risikobereitschaft des Unternehmens angemessen? Zudem muss die IT-Abteilung definieren, wie sie das private Gerät und dessen Informationen verwaltet. Hierfür empfehlen sich Tools wie MDM-Software (Mobile Device Management). Damit können Admins genau festlegen, wie mit den Unternehmensdaten umgegangen wird. Und auch verlorene oder gestohlene Geräte lassen sich damit einfach und schnell entfernen.

Sichere Passwörter mit BYOD

Doch selbst mit einer soliden BYOD-Richtlinie sehen sich Mitarbeiter regelmäßig mit immer raffinierteren Cyber-Bedrohungen im Home-Office konfrontiert. Im Hinblick auf Remote Work ist die Passwortsicherheit besonders zu berücksichtigen. Um die Risiken auf einen Sicherheitsverstoß zu minimieren, greifen daher viele Unternehmen auf Passwortmanager zurück. Diese Tools unterstützen ein einwandfreies Passwortverhalten – ohne die Produktivität zu beeinträchtigen.

Mit einem Passwortmanager werden Mitarbeiter beispielsweise vorgewarnt, wenn Log-in-Daten im Darknet gefunden werden. Sie können also rechtzeitig ihre Anmeldeinformationen ändern, bevor ein Hacker die Schwachstelle ausnutzen kann. Zusätzlich lassen sich MFA-Funktionen (Multi-Factor-Authentication) und somit weitere Schutzebenen hinzufügen.
Besonders im Außendienst haben sich Passwortmanager bewährt. Dort sind die Mitarbeiter regelmäßig auf das Internet angewiesen und können sich nicht jedes Passwort merken. Durch die Speicherung sämtlicher Anmeldeinformationen in einem verschlüsselten Tresor ist der sichere Zugriff von jedem Ort möglich.

Unternehmen haben gute Gründe, die Nutzung privater Geräte für die Arbeit zu fördern. BYOD verbessert die Mitarbeiterzufriedenheit, steigert die interne Produktivität und schafft attraktive finanzielle Anreize. Trotzdem müssen Firmen auch die Risiken durch Remote Work berücksichtigen. Mithilfe von Sicherheitsmaßnahmen wie Passwortmanagern oder BYOD-Richtlinien lassen sich die Risiken durch Online-Attacken deutlich verringern.

Katie Petrillo ist Director of Product Marketing bei LastPass.

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