Technologie übernimmt einfache, repetitive Aufgaben Drei Hürden stören bei der Robotic Process Automation

26. September 2019

Robotic Process Automation (RPA) ist laut Gartner das am schnellsten wachsende Segment auf dem globalen Software-Markt. Grund dafür ist vor allem die Hoffnung, dass die Technologie einfache, repetitive Aufgaben übernimmt, sodass Arbeitskräfte sich dann auf Wichtigeres konzentrieren können. Bots können stumpfsinnige Routineaufgaben auch in Legacy-Software ohne moderne API kostengünstig, effizient und rund um die Uhr erledigen. Das kling toll – doch es gibt noch Vorbehalte gegen die Technologie.

Beim Einsatz der vielversprechenden Robotic Process Automation (RPA) stehen oftmals drei große Hürden im Weg. Doch sie sollten Unternehmen nicht davon abhalten, auf diese Technologie zu setzen. Die folgenden drei Punkte sind dabei zu nennen.

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Unvollständige Prozessautomatisierung

RPA kann den Menschen nicht 1:1 ersetzen. Der Hauptgrund dafür ist, dass diese Technologie nicht darauf ausgelegt ist, komplette Prozesse von Anfang bis Ende zu automatisieren. Vielmehr geht es dabei um Teilaufgaben, die sich für eine Automatisierung anbieten. RPA erweist sich als besonders effektiv, wenn es darum geht, repetitive Routineaufgaben abzuwickeln. Um Prozesse jedoch abschließen zu können, sind oftmals eine Interaktion mit APIs oder andere Input-Methoden erforderlich.

Eine ideale Aufgabe für RPA wäre beispielsweise die Verarbeitung von Bestellungen, die per E-Mail eingehen und mit RPA automatisiert in eine Tabelle oder ein Webformular übernommen werden können. Bis zum Versand und zur Rechnungsstellung sind jedoch noch zahlreiche weitere Arbeitsschritte erforderlich. Enterprise Ressource Planning (ERP) und Customer Relationship Management (CRM) erfordern zudem so viele Interaktionen zwischen verschiedenen Abteilungen, Angestellten und dem Kunden, dass es ausgesprochen schwierig ist, dabei ausschließlich auf RPA zu setzen.

Um diese Hürde zu überwinden, muss RPA in übergeordnete Plattformen für Business Process Management (BPM) und IT Process Automation (ITPA) integriert werden. Diese Plattformen gewährleisten eine umfassendere Perspektive auf Prozesse und bieten umfangreiche Integrationsmethoden mit einer großen Bandbreite an Apps. Die ideale Integration von RPA mit BPM- und ITPA-Technologien minimiert die Anzahl der nötigen User Interfaces und bietet den schnellsten und günstigsten Weg zur Automatisierung.

Herausforderungen bei der Skalierung

Wenn mit RPA erste Erfolge erzielt werden, besteht in der Regel ein Interesse daran, die Einsatzbereiche der Lösung auszuweiten. Das Problem: Skalierbarkeit gilt in Sachen RPA oft als Schwachstelle. Hier ist es wichtig, nicht nur an die Rechenpower zu denken, die nötig ist, um die Software-Bots für eine Automatisierung zu betreiben: Im Mittelpunkt stehen dabei mangelnde Integrierbarkeit mit Tools von Drittanbietern wie Passwortspeicher, fehlende zentrale Kontrolle über die Bots in einer weit verzweigten, komplexen IT-Umgebung sowie unflexible Lizensierung und Deployment-Methoden, die zu einer ungleichmäßigen Auslastung der Bots führen können.

Anbieter sind bereits dabei, ihre RPA-Lösungen diesbezüglich zu verbessern: Dazu gehören breit gefächerte Integrationsmöglichkeiten, zentralisierte Kontrolle und flexible Deployment-Methoden.

Bedenken zu Sicherheit und Governance

Unternehmen haben viel zu verlieren. Vor allem dann, wenn sie in stark regulierten Branchen tätig sind. Kein Wunder also, dass eine gewisse Skepsis im Hinblick auf RPA herrscht, wenn es um die Themen Sicherheit und Governance geht. So gibt es Vorbehalte, was die Speicherung, Zugriffsregelung für Passwörter, Log-Ins und die Bots selbst angeht. Zudem sind auch Fragen zu Verschlüsselung, Datensicherheit, Compliance und Monitoring verdächtiger Aktivitäten nicht fern.

Die meisten RPA-Anbieter beschäftigen sich zumindest mit einem Teil der genannten Aspekte. Unternehmen brauchen jedoch konkrete Antworten auf sämtliche Fragen, wenn sie RPA erfolgreich einsetzen wollen. Dass alle Bedenken innerhalb eines RPA-Produkts aus dem Weg geräumt werden können, ist unrealistisch. Daher sollten Unternehmen bei der Auswahl einer Lösung vor allem darauf achten, dass diese gut mit Security- und Governance-Tools- sowie Protokollen harmoniert oder direkt alle Lösungen aus einer Hand beziehen.

Return on Invest steht im Fokus

Die hohen Erwartungen an RPA sind einleuchtend, wenn man bedenkt, wie schnell mit einem ROI zu rechnen ist. Um das Potenzial der Technologie jedoch zu maximieren, müssen Anbieter die aktuell noch Vorhandenen Bedenken ihrer potenziellen Kunden adressieren.

Sie müssen in der Lage sein, für vielfältige Integrationsmöglichkeiten zu sorgen, Hürden bei der Skalierbarkeit zu überwinden und RPA sinnvoll mit Security-Tools und -Richtlinien in Einklang bringen. Diese Anforderungen stehen im Lastenheft aller RPA-Anbieter und viele von ihnen arbeiten daran, sie zu lösen.

Travis Greene ist Senior Director of ITOM Product Marketing bei Micro Focus

Micro Focus

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