Studie belegt: DSGVO erschwert Durchsetzung von Cloud-Computing in Deutschland

13. Juli 2018

Darauf lässt eine weltweit angelegte Untersuchung des Datenmanagementspezialisten NetApp schließen, an der über 1.100 IT-Entscheider aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA teilnahmen. Sie offenbart, dass deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich am wenigsten zu erhöhten Ausgaben für eine DSGVO-konforme Cloud-Strategie bereit sind: Länderübergreifend geben 57 Prozent aller Befragten an, bereits jetzt mehr Ressourcen für die Einhaltung der neuen Verordnung zu investieren – in Deutschland sind es lediglich 52 Prozent.

Auch an zukünftige Investitionen in Public-Cloud-Services denken deutsche IT-Entscheider am wenigsten: Während sich insgesamt 55 Prozent aller IT-Entscheider für dieses Vorhaben aussprechen, sind es unter den deutschen nur 43 Prozent. Noch alarmierender: Hierzulande erwägen gar 37 Prozent der Unternehmen, ihre Ausgaben für die Public Cloud zu reduzieren – der länderübergreifende Höchstwert. Knapp mehr als ein Fünftel der Deutschen hat bereits seine finanziellen Anstrengungen zurückgefahren.

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Doch worauf ist die sinkende Investitionsbereitschaft hier konkret zurückzuführen? Die Umfrage zeigt, dass es bei den Befragten weiterhin Unsicherheit darüber gibt, wie die Datensicherheit in der Cloud gewährleistet werden kann. Denn um die europäische Datenschutz-Grundverordnung einhalten zu können, müssen Unternehmen jederzeit über den Aufenthaltsort ihrer Datenbestände Bescheid wissen.

Weltweit sind nur 40 Prozent aller befragten IT-Entscheider in der Lage, sowohl über die Standorte der Datenzentren ihrer Service-Provider als auch den Standort aller ihrer Daten Auskunft zu geben. Mit nur knapp einem Drittel an Zustimmung sehen sich deutsche IT-Entscheider dazu am wenigsten befähigt. Und gar ein Fünftel der deutschen Unternehmen weiß nicht, wo sich die Datenzentren der IT-Dienstleister und ihre Daten befinden – damit ist diese Unsicherheit unter den Deutschen am stärksten ausgeprägt.

Darüber hinaus äußerten sich die IT-Entscheider auch zur Frage, welche Beteiligten für einen DSGVO-konformen Umgang mit den Daten einzustehen haben: Mit durchschnittlich 71 Prozent Zustimmung stehen aus ihrer Sicht demnach datenproduzierende Firmen am meisten in der Pflicht. Während in den USA 82 Prozent diese Ansicht teilen, sind es in Deutschland 62 Prozent – länderübergreifend der niedrigste Wert. Fast drei Fünftel der deutschen Befragten sind der Auffassung, dass datenverarbeitende Unternehmen die größte Verantwortung tragen – nach Großbritannien (67 Prozent), den USA (65 Prozent) und Frankreich (59 Prozent) wiederum die geringste Zustimmung. International sowie deutschlandweit schreibt jeweils gut ein Drittel der Befragten diese Verantwortung zuallererst den Drittanbietern von Cloud-Services zu.

Zusammengefasst lässt sich festhalten: Cloud-Computing gilt dem Gros der deutschen Unternehmen heutzutage aufgrund herausragender Vorzüge als Basistechnologie für die Digitalisierung. Vor allem die Public Cloud weiß durch einen ortsunabhängigen Zugriff auf die eigene IT zu überzeugen – doch befürchtet ein Teil der Wirtschaft weiterhin mangelnde Datensicherheit. Diese Angst scheint nun die DSGVO laut NetApp-Studie weiter zu nähren, sie mindert die Durchsetzung der Cloud. Unternehmen überwinden diese Bedenken, indem sie bei der Auswahl ihrer Cloud-Lösung sicherstellen, dass der Cloud-Anbieter eine Datenschutz-Zertifizierung nach DSGVO nachweisen kann. (rhh)

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