Umfrage: Auswirkungen der Corona-Krise auf MSPs MSPs unterstützen bei der digitalen Transformation in Krisenzeiten

12. August 2020

Die Umfrage zum Thema „Corona: Auswirkungen und Maßnahmen“ zeigt, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf Managed Services Provider (MSPs) hat und welche Marktchancen sich ihnen künftig bieten könnten.

In der Studie wurden 500 MSPs in Europa, Nordamerika, Australien und Neuseeland befragt, wie ihr Betrieb die Auswirkungen durch Corona bewältigt und wie sie ihre Marktaussichten in den nächsten zwölf Monaten einschätzen. „Die überwiegende Mehrheit der befragten Betriebe konnte ihr Personal in der Krise halten. Das ist ein ermutigendes Signal, schließlich haben MSPs für andere Unternehmen in puncto digitale Transformation eine wichtige Unterstützungsfunktion“, so Colin Knox, Vice President Community bei Solarwinds MSP.

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„Die Tech-Branche und der MSP-Vertriebskanal haben viel Widerstandskraft und Potenzial. Corona hat den Wert, den MSPs für Unternehmen haben, noch einmal unterstrichen. MSPs stocken die Leistung unternehmensinterner IT-Teams auf. Die kümmern sich meist hauptsächlich um Risikominderung und Business Continuity“, so Know weiter. „Viele Betriebe wären ohne MSPs in einer schwierigen Lage gewesen und hätten nie so schnell auf Homeoffice-Betrieb umstellen können. Das fachliche Know-how und Können von MSPs waren in diesen Krisenzeiten ganz entscheidend. Man kann sagen, MSPs sind systemrelevant.“

Zu den wichtigsten Ergebnissen der Umfrage zählen:

  • Die Mehrzahl (59 Prozent) der befragten MSPs haben staatliche Corona-Hilfen beantragt.
  • 74 Prozent von ihnen haben die Hilfe bereits erhalten.
  • Über 80 Prozent der Befragten konnten ihren Personalbestand auf dem Vorkrisenniveau halten.

Die Mehrzahl der Umfrageteilnehmer hat eigene Sicherheitsservices für die Kunden mit Homeoffice-Betrieb angepasst: 59 Prozent der Befragten mit Schwerpunkt Managed Services haben ein umfangreicheres Security-Angebot als Anbieter mit anderen Geschäftsmodellen.

Um ihren Kunden durch die Krise zu helfen, haben etwa zwei Drittel der MSPs (66 Prozent) besondere Maßnahmen ergriffen. Von der Anpassung der für Homeoffice-Kunden geleisteten Sicherheitsservices abgesehen kamen und kommen MSPs ihren Kunden durch folgende Maßnahmen entgegen:

  • 65 Prozent planen langfristig keine Preiserhöhungen für ihre Services.
  • 24 Prozent haben Zahlungsaufschub gewährt.
  • 23 Prozent haben vorübergehende Rabatte angeboten.
  • 19 Prozent haben den geleisteten Serviceumfang angepasst, wenn das Budget des betreffenden Kunden knapper wurde.
  • 13 Prozent fassen Preiserhöhungen nach der Pandemie ins Auge.

Als größte Herausforderungen im nächsten Jahr betrachten MSPs die Neukundenakquise, die Abstands- und Hygienekonzepte im eigenen Büro und bei Kunden, die rRezessionsbedingte IT-Budgetbeschneidungen und Einsparmaßnahmen sowie die Umstellung auf Homeoffice im eigenen Betrieb und bei Kunden.

In der Einschätzung der nächsten zwölf Monate kamen die folgenden Punkte zur Sprache:

  • Neben Cloud-Services halten MSPs Sicherheitsservices weiterhin für einen entscheidenden Wachstumsfaktor: 51 Prozent möchten den Bereich Security ausbauen, 47 Prozent möchten mehr Cloud-Services verkaufen.
  • 42 Prozent der Befragten gehen von einem Geschäftszuwachs im Bereich Projektierung aus und 39 Prozent erwarten mehr Abschlüsse von Managed-Services-Verträgen.
  • 40 Prozent der großen MSPs fassen als weitere Möglichkeit zur Expansion außerdem Fusionen oder Geschäftsübernahmen ins Auge.
  • Nahezu die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass gut 20 Prozent ihrer Kunden Homeoffice-Arbeitsmodelle auch nach der Pandemie beibehalten werden.
  • Anbieter mit Geschäftsfokus Managed Services zeigen sich zuversichtlicher und erwarten einen stärkeren Umsatzanstieg als die Inhaber klassischer Break/Fix-Betriebe.

In der aktuellen Lage spielen MSPs für Unternehmen eine wichtige Rolle: Sie schützen deren Geschäftsbetrieb und sorgen für Business Continuity. Dabei ist es wichtig, die Kunden optimal zu unterstützen und sich noch besser auf sie einzustellen.

Erste MSP haben ihre Einstellung in bestimmten Bereichen überdacht und bietet mittlerweile auch die Option, private Homeoffice-Notebooks der Unternehmensmitarbeiter in den Servicevertrag einzugliedern und sie, sobald der Bürobetrieb wieder normal läuft, wieder herausnehmen. Durch Maßnahmen wie diese hoffen MSPs, den Grundstein für künftige solide Kundenbeziehungen zu legen.

Dem Solarwinds-Bericht „Managed Services – die Marktsituation 2019“ zufolge bieten viele MSPs Basissicherheit in Form von Antivirus, Backup und Firewalls durchaus an. Entwicklungspotenzial gibt es hingegen noch bei Spezialangeboten: Penetrationstests, Audits und Compliance-Management sowie Risikobeurteilung.

Angesichts der vielfältigen, inzwischen sehr differenzierten Cyber-Bedrohungen durch Ransomware, Insiderangriffe oder Advanced Persistent Threats müssen MSPs einen weit gefassten mehrschichtigen Ansatz verfolgen, der die Nutzung von Lösungen einschließt, die der Aufgabe gewachsen sind. (rhh)

Solarwinds MSP

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