Sicherheitsteams schlagen KI-Angriffe nur mit Kontext und GeschwindigkeitOpen Source festigt die digitale Souveränität
9. Januar 2026
Mit Blick ins neue Jahr rückt Open Source ins Zentrum der staatlichen Digitalstrategie. Regierungen in Europa müssen enger kooperieren, verbindliche Standards für Vertrauen und Transparenz setzen und die Kontrolle über öffentliche Daten und Systeme zurückgewinnen. Der Druck steigt, weil digitale Dienste und KI die Verwaltung tragen und Ausfälle oder Abhängigkeiten unmittelbare Folgen für Bürgerinnen und Bürger haben.
In diesem Umfeld wird Open Source zum Standard. Offener Code schafft Nachvollziehbarkeit, unabhängige Prüfungen stärken die Glaubwürdigkeit, und Gemeinschaften treiben Innovation voran. Behörden führen daher zunehmend offene Rahmenwerke ein, mit denen sie Services schlanker, robuster und anpassungsfähig machen. Sie behalten die Hoheit über kritische Daten und Modelle, vermeiden Vendor Lock-in, erhöhen die Sicherheit durch Transparenz und können schneller auf neue Bedrohungen reagieren – von Cyber-Angriffen bis zu neuen regulatorischen Anforderungen.
Open Source bleibt damit nicht bloß eine technologische Option. Es wird zur strategischen Zusage: für einen leistungsfähigen, selbstbewussten und vernetzten öffentlichen Sektor im Jahr 2026 – mit mehr Unabhängigkeit, mehr Innovationskraft und mehr Vertrauen in digitale Leistungen des Staates.
Schlüsselrolle für Kontext und Geschwindigkeit
Die Cyber-Sicherheitslage wird sich erst noch weiter zuspitzen, bevor sie sich entspannt. Der Elastic Global Threat Report zeigt, wie LLMs (Large Language Models) die Angriffe beschleunigen und vervielfachen. In dieser neuen Phase entscheidet die Zeit. Angreifer automatisieren ihre Schritte, verkürzen die Zyklen und erhöhen den Druck. Verteidiger arbeiten vielerorts noch mit manuellen Prozessen und bilden damit ungewollt den Flaschenhals.
Jetzt kippt die Dynamik. Wer sich wehren will, muss selbst KI-gestützte Reaktionen aufbauen. Tools wie Attack Discovery erkennen nicht nur Anomalien; sie antizipieren Ziele und nächste Schritte eines Angriffs und können Bedrohungen automatisch eindämmen – ohne auf den freien Slot eines Analysten zu warten. Sicherheitsteams definieren dafür Agenten für Incident Response, die rund um die Uhr suchen, priorisieren und handeln, Playbooks dynamisch anwenden und dokumentieren, was sie tun.
Den Unterschied macht der Kontext. Unternehmen, die Geschäftslogik und Verhaltensanalysen zusammenführen, lösen sich von starren, vordefinierten Reaktionen. Sie wechseln zu adaptiven Maßnahmen, die ein angegriffenes System isolieren, bevor menschliches Eingreifen möglich ist, und die Lage in Sekunden stabilisieren. So beginnt eine neue Ära der Cyber-Sicherheit: schneller in der Erkennung, präziser in der Reaktion und deutlich widerstandsfähiger im Betrieb – mit weniger Fehlalarmen und mehr Klarheit in der Forensik.
Martin Hacker ist Regional Vice President für den Public Sector und Mandy Andress ist CISO bei Elastic.