Mobile Lösungen für Konzernabteilungen Datenbank-Apps für den Mittelstand

23. April 2015

Im April 2015 erreichte die FileMaker Go-App für iPad und iPhone 1,5 Millionen Downloads aus dem iTunes-App-Store. Bei FileMaker Go handelt es sich um die App zur FileMaker-Plattform für die Entwicklung von kundenorientierten iOS-Lösungen, die auf iPad und iPhone laufen. Die hundertprozentige Tochter von Apple bietet nun schon seit mehreren Jahrzehnten seine Datenbankplattform für Windows und MacOS an.

Seit 2010 kam FileMaker Go hinzu, eine App, mit deren Hilfe jede FileMaker-Lösung sofort auf einem iPad oder iPhone einsetzbar wird. WebDirect, eine weitere Technologie der aktuellen FileMaker-Plattform, erlaubt zudem den Zugang via Browser, etwa Chrome und Internet Explorer und ist ein Weg zur Erstellung von Web-Apps.

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Fokus auf Geschäftslösungen

Quelle: Filemaker

Heute ist die FileMaker Go-App für iPad und iPhone ist Teil der umfassenden Reihe von FileMaker-Produkten, die Software für Desktop, Server und iOS umfasst, um damit individuelle Geschäftslösungen zu entwickeln, die auf iPad, iPhone, Windows, Mac und Web-Browser laufen. Die FileMaker Go-App für iPad und iPhone steht im iTunes App Store kostenfrei zum Download bereit.

Die App ist ein Beispiel für den Trend zu mobilen Anwendungen, die den Markt der Datenbank-Lösungen von der Warenwirtschaft bis hin zu ERP quasi „von unten“ aufrollen. Das iPhone von Apple kam 2007 auf den Markt – seit einer gefühlten Ewigkeit in der IT. Dies war jedoch der Startpunkt für eine rasante Entwicklung. Das Telefon wurde zum Smartphone und das Internet wurde mobil.

Seither sinken die Verkaufsraten von PCs und Notebooks zweistellig. Die Smartphone Apps stellen das Nutzer-Verhalten auf den Kopf. Die Verkaufsraten im Mobile Commerce sind ebenfalls zweistellig – aber nach oben gerichtet. Das bleibt nicht ohne Einfluss auf die Organisation der Wirtschaft. Jetzt eröffnen sich Chancen für kleine und große Unternehmen, wenn sie auf mobile Datenschnellboote setzen.

App-Varianten

Quelle: Filemaker

Die Herkunft der Apps für Datenbanken ist dabei durchaus verschieden. Oft werden die Apps von Grund auf neu entwickelt, als native, hybride oder Web-Apps. Oft bilden sie nur einen Teil der gesamten Funktion der Datenbanklösung ab – was angesichts des beschränkten Umfangs auf dem Bildschirm von Phone oder Tablet auch verständlich ist.

Native Apps zielen auf eine bestimmte mobile Plattform, etwa Android oder iOS. Insofern wäre FileMaker Go eine native App, doch dazu weiter unten mehr. Eine hybride App zielt auf mehr mobile Plattformen und besteht aus einem plattformübergreifenden Kern sowie speziellen Erweiterungen „on top“, die die Brücke zu Android oder iOS und anderen mobilen Systemen schlagen.

Web-Apps schließlich arbeiten plattformübergreifend mit Webtechnologien wie HTML5, CSS und JavaScript – dabei ist der Übergang zwischen einer Web-App und einer Lösung in einem Standard-Browser fließend. Bei FileMaker gibt es WebDirect, keine App, sondern eine direkt integrierte Webtechnologie, die Datenbanklösungen per Browserfenster zugänglich macht.

Im Unterschied zu anderen Datenbank-Apps, die eigens für die jeweilige Datenbanklösung geschrieben werden, ermöglicht FileMaker Go den Sofortanschluss jeder beliebigen, unter Windows oder MacOS, erstellten Datenbank-Lösung. Im Prinzip lassen sich auch ältere Datenbank-Anwendungen daher sofort „mobilisieren“. Freilich wird nicht jedes Layout einer althergebrachten, stationären Datenbank für die Darstellungen auf den kleineren Bildschirmen von mobilen Endgeräten geeignet sein. In diesem Punkt sind dann bei FileMaker Renovierungsarbeiten an der Datenbank nötig – doch die FileMaker Go-App muss nicht verändert werden.

Beispiellösungen

Quelle: Filemaker

Inzwischen gibt es bereits unzählige Beispiele für mobile Datenbanklösungen unter FileMaker. Hier seien beispielhaft einige aufgezählt.

Industrie: Der Werkzeuglieferant SFS unimarket erhöht Kundenzufriedenheit des Schweizer Zugbauers Stadler Rail durch das von HGI Systems IT entwickelte FileMaker-basierte Beschaffungs- und Betriebsmittelorganisationssystem Smart Tool.

Sport: Über WebDirect und FileMaker Go verwalten die Verantwortlichen der Beko Basketball Bundesliga bundesweit ihre Schiedsrichter. Sämtliche relevanten Daten für die Einsatzplanung, Auswertungen von Zielvereinbarungen und weitere Aufgaben stehen dem Kampfgericht nun ortsunabhängig über iPhone oder iPad zur Verfügung.

Verkauf: Der Benetton Mega Store in Wien erhöht mit iPad und FileMaker Go die Kundenzufriedenheit und optimiert damit seine Prozesse am Point of Sale. Die berühmte Sansibar auf Sylt organisiert ihren bundesweiten Vertrieb von besonderen Weinen und Speisen.

Archäologie: Wenn der legendäre Archäologe Dr. Arturo Montero, zu sehen im National Geographic-Magazin, auf seinen zahlreichen Entdeckungsreisen zu Maya-Ruinen ist, erfasst er seine archäologischen Informationen und Fotos mit FileMaker Go.

Medizin: Eine mobile FileMaker-Lösung ermöglicht den Ärzten des führenden US-Krankenhauses Abbott Northwestern Ultraschalluntersuchungen direkt am Patientenbett durchzuführen; FileMaker unterstützt die Kundenauftragsprozesse von Henry Schein Dental, des Fortune 500-Unternehmens und weltweit führenden Anbieters von Produkten und Dienstleistungen im Gesundheitswesen für zahnmedizinische, tiermedizinische und ärztliche Praxen.

Hollywood: Hollywoods führende Kameravermietungs-Firma Keslow Kamera bearbeitet blitzschnell die Lieferung tausender Mietartikel zu Drehorten auf der ganzen Welt. Die kundenspezifische FileMaker-Lösung iFlawless für iPad, iPhone und Desktop ermöglicht Keslow Verträge und Angebote zu verwalten, den Standort seines Equipments weltweit zu verfolgen sowie Rechnungen und Umsatzprognosen zu erstellen.

Gerade im deutschsprachigen Sprachraum gibt es noch zahlreiche weitere Lösungen, wie die Veröffentlichung des eBooks „FileMaker Mobile Business“ veranschaulicht. Ob im Handel mit Kaffee, Schweizer Uhren oder einem Gartencenter, bei der Führung einer Skischule, der Planung von Werbetafeln, dem Einsatz vor Ort im Facility Management oder auf Schrottplätzen beim Recycling von Katalysatoren – über all sind schnell erstellte Datenbanklösungen auf iOS im Einsatz. Bei der Erstellung unter Windows oder Mac OS weist FileMaker traditionell Vorteile bei Benutzerfreundlichkeit, Layout und Design auf.

Dank guter Schnittstellen gelingt auch der Anschluss an weitere, etwa zentrale Datenbanklösungen unter SAP und Oracle. Für viele Abteilungen ist dies der Weg zu hoch individualisierten Funktionen, die sie per FileMaker Go sofort aufs iPhone oder iPad bringen. Via WebDirect und Browser gelingt auch der Sprung zu Android-Tablets – wobei sich FileMaker in diesem Punkt noch mit offiziellen Aussagen zurückhält. Hier bleibt abzuwarten, was die nächste Version von FileMaker bringen wird, die offenbar im Frühsommer ansteht.

Rainer Huttenloher

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