Algorithmus macht Eindruck

19. Oktober 2018

80 Prozent der Bewerber in Deutschland sind sich sicher, dass „Künstliche Intelligenz“ die Personalauswahl von Arbeitgebern in Zukunft prägen wird. Allerdings fühlen sich mehr als zwei Drittel (67 Prozent) eher schlecht oder gar nicht auf diesen digitalen Veränderungsprozess rund um ihre Jobsuche und Bewerbung vorbereitet. Das ist das Ergebnis einer Studie für die der Video-Recruiting Anbieter viasto gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen respondi mehr als 1.000 Menschen befragte, die sich in den letzten drei Jahren mindestens einmal beworben haben.

Demnach herrscht bei der Mehrheit der Bewerber (47 Prozent) zwar eine gewisse Skepsis gegenüber „Künstlicher Intelligenz“ im beruflichen Auswahlprozess, aber immerhin jeder vierte Bewerber (26 Prozent) steht Personalauswahlinstrumenten auf dieser Basis generell positiv gegenüber. Interessant: Die grundsätzliche Skepsis fällt, wenn der konkrete Bewerbernutzen steigt. So schätzen etwas mehr als zwei Drittel der Kandidaten zum Beispiel den Einsatz von Algorithmen positiv ein, wenn diese dabei helfen, den passenden Job zu finden – bei jungen Bewerbern zwischen 18 und 29 Jahren liegt die Zustimmung gar bei über 78 Prozent.

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„Der Einfluss von Artificial Intelligence auf die Personalauswahl ist einer der Zukunftstrends, wenn es um die Digitalisierung der Personalarbeit in deutschen Unternehmen geht. Unsere Studie zeigt, dass diese Erkenntnis auch bei den Bewerbern angekommen ist. Sie zeigt allerdings auch, dass die HR-Abteilungen erklären müssen, wo genau der Nutzen für die Bewerber liegt. Dann nämlich bekommt ein zuvor eher skeptisch beäugtes Thema plötzlich ein positives Image, wovon am Ende sogar die Arbeitgebermarke profitieren kann“, erklärt Sara Lindemann, eine der Gründerinnen von viasto.

Besonders hoch ist die Zustimmung zum Einsatz von Algorithmen rund um den Personalauswahlprozess neben der Jobsuche auch dann, wenn es darum geht die passenden Kollegen und Vorgesetzten zu eruieren. Denn 64 Prozent der in der viasto-Studie Befragten befürworten sie, wenn dadurch ein Kollege ausfindig gemacht wird, der fachlich zu den eigenen Fähigkeiten passt. Bei 62 Prozent liegt der entsprechende Zustimmungswert, wenn darüber ein zur eigenen Persönlichkeit passende Kollege gefunden wird. 60 Prozent würden den Einsatz von Algorithmen schließlich befürworten, wenn ihr Arbeitgeber so den idealen Vorgesetzten findet.

Insgesamt haben Bewerber noch kein klares Bild davon, wie oft Lösungen auf Basis künstlicher Intelligenz bereits Einzug in die Personalabteilungen der Arbeitgeber gefunden haben. So sind 40 Prozent der Befragten überzeugt, dass „Künstliche Intelligenz“ schon heute in HR-Prozessen eingesetzt wird. Allerdings haben nur 14 Prozent von ihnen das Gefühl, bereits in ihrem Bewerbungsprozess mit derartigen Lösungen in Berührung gekommen zu sein. Diese Beobachtung zeigt sich allerdings auch in anderen Umfeldern der Nutzung von künstlicher Intelligenz. (rhh)

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