SAP HANA aus der Cloud: Fressnapf setzt auf Digitalisierung und WachstumBlaupause für den Handel

14. Mai 2019

Die Handelsbranche zeigt sich digital besonders aufgeschlossen: Unternehmen setzen auf die Cloud, modernisieren SAP-Landschaften und IT-Kernsysteme. Warum sich das lohnt, zeigt das Beispiel Fressnapf. Die QSC AG führt eine Multi-Cloud-Umgebung bei dem Krefelder Franchise-Unternehmen ein.

Händler sind besonders digital-affin. Das zeigt der Digital Office Index 2018 des Digitalverbands Bitkom – eine repräsentative Befragung unter rund 1.100 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern: 82 Prozent der Handelsunternehmen stehen kommenden Digitalisierungsbestrebungen aufgeschlossen gegenüber. Damit ist die Branche Spitzenreiter, noch vor Banken- und Finanzdienstleistern sowie dem Maschinen- und Anlagenbau.

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Welche Digitalisierungsmaßnahmen der Handel konkret im Blick hat, hat das EHI Retail Institut kürzlich untersucht. IT-Verantwortliche von Handelsunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden dazu befragt: Digitalisierungsprojekte, die wesentliche Teile der IT-Infrastruktur betreffen, genießen in den kommenden Jahren höchste Investitionspriorität. Darunter fallen nicht nur Netzwerke und Cloud-basierte Anwendungen, sondern auch Migrationen der Systemlandschaften in moderne SAP-Architekturumgebungen. Ziel ist es unter anderem, Omnichannel-Strategien umsetzen und neue Services für die Kunden zu entwickeln.

Transition-Modell für Cloudifizierung des Handels

Wie das aussehen kann, zeigt die Fressnapf-Gruppe mit Hauptsitz in Krefeld. Europas führende Fachhandelskette für Tiernahrung und -zubehör hat die QSC AG mit der Migration ihrer SAP-Systeme sowie weiterer IT-Lösungen in die Cloud beauftragt. „Gemeinsam mit Fressnapf haben wir uns für einen skalierbaren und zukunftssicheren Multi-Cloud-Ansatz entschieden und werden die SAP-Umgebung in die SAP HANA Enterprise Cloud überführen“, berichtet Thorsten Raquet, Leiter des Geschäftsbereichs SAP bei QSC. Weitere Systeme werde der Cloud- und SAP-Spezialist, der in dem neuen IT-Konstrukt als Generalunternehmer agiert, aus seiner eigenen Enterprise Cloud heraus betreiben.

Raquet: „Für die Transition der Systeme haben wir ein gänzlich neues Betriebs-, Service- und Application-Management-Modell geschaffen, das sich auch auf andere Handelsunternehmen übertragen lässt.“ Anhand dieser Blaupause lasse sich die IT-Transformation von Handelsunternehmen beschleunigen. Diese werden hiermit beispielsweise in die Lage versetzt, Entscheidungen auf Basis von Echtzeit-Reportings zu treffen oder auch digitale Cross-Channel-Einkaufserlebnisse zu schaffen.

„Unsere Expansion on- wie offline ist einer der wichtigsten Treiber unseres Unternehmens. Heute sind wir mit über 1.500 Märkten in elf Ländern Europas vertreten und haben insgesamt vier Länder an unseren Online-Shop angeschlossen“, so Benjamin Beinroth, Senior Vice President IT & Processes der Fressnapf-Gruppe. „Wir denken vollumfänglich aus der Sicht unserer Kunden und deren Ansprüche für einen reibungslosen und servicebasierten Cross-Channel-Einkauf bei Fressnapf. Eine maßgeschneiderte, flexible, schnell erweiterbare IT-Infrastruktur ist daher für diesen Schritt essenziell und mit QSC wissen wir einen kompetenten und strategisch wichtigen Partner an unserer Seite.“

Kernsysteme modernisieren, Reportings beschleunigen

Neben der Modernisierung der IT-Kernsysteme wird die QSC AG, die über den Status als „SAP Gold Partner“ verfügt, zudem die Lösungen SAP ERP sowie CRM auf die Echtzeit-Datenbank SAP HANA überführen. Hierdurch wird es der Fressnapf-Gruppe unter anderem möglich sein, Auswertungen wie etwa Finanz-Reportings erheblich schneller zu erhalten. Die SAP-Systeme Business Intelligence (BI) sowie Customer Activity Repository (CAR) hat QSC bereits erfolgreich für die Fressnapf-Gruppe auf SAP HANA migriert.

Das europaweite MPLS-Netz, über das die einzelnen Standorte mit den zentralen Geschäftssystemen verbunden sind, betreibt und managt die QSC-Tochter Plusnet. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung der Märkte und der weiteren Cloudifizierung der IT ist hier eine schrittweise Erhöhung der Bandbreiten mit der jeweils am besten geeigneten Technologie geplant – sei es per Glasfaser, LTE, DSL, oder WLL (Richtfunk).

Kerstin Büdenbender

QSC

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