SAP-Lösungen aus der Microsoft CloudS/4HANA aus der Azure-Cloud beziehen

24. März 2020

Kernapplikationen für Enterprise Ressource Planning (ERP) wie SAP ERP betreiben immer mehr Unternehmen aus der Public Cloud, ebenso Non-SAP-Anwendungen und vom Anwenderunternehmen selbst entwickelte Systeme. Von dem Weg in die Cloud erhoffen sich die Anwender zugleich einen besseren Schutz ihrer IT-Systeme. Insbesondere die Anforderungen an die IT-Sicherheit sind in den letzten Jahren gestiegen, so dass es inzwischen Spezialisten erfordert. Diese sind allerdings im Markt kaum mehr zu finden – ein Grund mehr, sich mit dem Thema Cloud zu beschäftigen.

Lokale Rechenzentren sind vom Aussterben bedroht, verkündeten die Analysten des Marktforschungsunternehmens Gartner kürzlich. Ihre Prognose: Bis 2025 werden rund 80 Prozent der Unternehmen kein eigenes Rechenzentrum mehr betreiben. Stattdessen verlagern sich Workloads zunehmend in Colocation- oder Hosting-Rechenzentren – und in die Cloud.

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Laut der Investitionsumfrage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) bevorzugen SAP-Anwender Azure, die Cloud-Plattform von Microsoft. Ein Grund: Bei Microsoft Azure finden SAP-Bestandskunden mehr als 800 Plattform-as-a-Service-Dienste (PaaS) und Software-as-a-Service-Angebote (SaaS). Und noch naheliegender: „Unternehmen stellen ihren Beschäftigten in der Regel Standard-Software von Microsoft zur Verfügung“, sagt Meik Brand, SAP Business Development Manager bei der QSC AG. „Beliebte Anwendungen wie Office 365 und Teams bieten dabei Schnittstellen zur Azure Cloud. Damit ist der erste Schritt in die Cloud getan – und ein zweiter nicht weit, indem Unternehmen weitere Dienste wie SAP-Anwendungen dorthin auslagern.“

Speziell vor dem Hintergrund der anstehenden Migration vom derzeitigen ERP-System von SAP auf S/4HANA wird Microsoft Azure interessant. Denn die Cloud-Plattform bietet unter allen Public-Cloud-Anbietern die skalierbarste und leistungsfähigste Infrastruktur für SAP HANA. Dabei lassen sich die hochverfügbaren Infrastrukturen per Pay-as-you-go-Modell ressourcengerecht abrechnen.

Gleichzeitig lassen sich Kosten für produktive Szenarien um bis zu 70 Prozent senken, wenn die Ressourcen langfristig reserviert werden. Das macht Betriebskosten transparent und kalkulierbar. Zudem entfallen Investitionskosten in Hard- oder Software, denn Wartung, Updates und den Support genutzter Systeme übernehmen Diensteanbieter.

SAP on Azure: So profitiert der Mittelstand

Über Microsoft Azure lassen sich SAP-Funktionen im sinnvollen Maße ergänzen und somit Qualität und Prozesse verbessern. Durch die Schnittstelle zwischen Azure-Cloud und SAP erhalten Kunden zudem harmonisierte PaaS- und SaaS-Dienste, worüber sich beispielsweise Machine Learning als Microservice oder IoT-Anwendungen bedarfsgerecht und flexibel hinzubuchen lassen.

Ganz gleich ob Testbetrieb, Qualitätssicherung oder Produktivumgebung: Nutzen Unternehmen SAP on Azure, lassen sich solche Lösungen bequem testen, Sensordaten im Internet of Things (IoT) über die Cloud zentral verwalten, sammeln und weiterverarbeiten. „Und nach Bedarf einfach aufsetzen“, sagt Meik Brand. „So können Mittelständler Geschäftsprozesse erweitern und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern. Befinden sich SAP-Daten in der Cloud, lassen sie sich am besten anwenden.“ Die Gründe sind vielfältig:

  • Hohe Skalierbarkeit: In der Cloud können Unternehmen Rechen- und Storage-Ressourcen bedarfsgerecht hinzubuchen. Kunden müssen – anders als im eigenen Rechenzentrum – zusätzlichen Speicherplatz nicht im Voraus kaufen oder Systeme anhalten, wenn sie Kapazitäten erweitern wollen. Zugleich ermöglicht Azure einen garantierten Datendurchsatz. „Als nativer Azure-Dienst erlauben die NetApp-Files einen anderen Lesezugriff“, sagt Christoph Zapatka, Microsoft Cloud-Architekt bei der QSC. „Speicherplatz lässt sich deshalb dynamisch, sprich im Betrieb, auf aktuelle Anforderungen skalieren.“. Erstmals ist es bei einem Hyperscaler möglich, „Storage as a Service“ über die Kombination von Azure und NetApp bereitzustellen. Denn über den Native File Service von Azure (NFS) lässt sich der Platzbedarf auf dem Filesystem dynamisch an die tatsächlichen Bedürfnisse anpassen – ohne Neustart des Systems. Das einfache Storage-Management ermöglicht Anwendern somit ein optimal und individuell ausgerichtetes Right Sizing, sprich Kapazitäten für aktuelle Anforderungen anstatt künftige individuell zu skalieren. Neben den Speicherkapazitäten lassen sich auch die Geschwindigkeit des Systems und verbrauchsabhängige Dienste individuell skalieren.
  • Minimale Recovery-Zeit: Datensicherheit, Backups und Notfallwiederherstellung sind geschäftskritische Parameter für Unternehmen. Über die integrierte NetApp gewährt Azure ein hohes Maß an Sicherheit, denn diese erstellt sogenannte Snapshots, um Daten wiederherzustellen. In Sekundenschnelle lassen sich einzelne Dateien oder gesamte File Systeme unabhängig von Umfang oder Anzahl der Dateien reproduzieren – automatisch und ohne große Storage-Ansprüche. Dank der Snapshots müssen Kunden keine Datenbank-Dumps mehr zurückspielen. Risiken durch den üblichen Kopiervorgang von Backup- auf Quellmedium sinken dabei ebenso wie benötigte Festplattenkapazitäten. Durch die garantierte Verfügbarkeit der Snapshots, profitieren Kunden ebenfalls von einer schnellen Datenwiederherstellung nach Cyber-Angriffen oder Benutzer- und Applikationsfehlern.
  • Cross-Country Roll-Out: Azure ist weltweit in 56 Azure-Regionen in 140 Ländern verfügbar. Damit verspricht Microsoft, in mehr Regionen aktiv zu sein als jeder andere Cloud-Anbieter. So können deutsche Unternehmen ihre SAP-Anwender global vernetzen – bei geringeren Latenzzeiten. „Mittelständische Betriebe mit ausländischen Tochterfirmen erhalten damit die Reichweite, um Anwendungen und Benutzer über Ländergrenzen hinweg näher zusammenzubringen“, sagt Zapatka. Zudem betreibt Microsoft allein in Deutschland drei Rechenzentren, die an die globale Azure Cloud angebunden sind. Durch die globale Infrastruktur profitieren Kunden von Hochverfügbarkeit, Notfallwiederherstellung und Sicherungsfunktionen.
  • Minutenschnelle Bereitstellung: Durch Automatisierungsprozesse und DevOps-Verfahren lässt sich ein SAP-System sehr effizient, agil und schnell in der Microsoft Cloud bereitstellen. Anwender können in weniger als fünf Minuten ein komplettes SAP-System aufsetzen. Früher dauerte das fünf Tage und musste manuell oder teilautomatisiert durch einen Experten erfolgen. Nun lassen sich SAP-Software und -Datenbank als Kopie über einen automatisieren Service in der Microsoft-Instanz bereitstellen.

Managed Public Cloud Services

Zwar ermöglicht der flexible Einsatz von Cloud-Strukturen Unternehmen weiteres Wachstum. Gleichzeitig stehen Mittelständler vor der großen Herausforderung, geeignete Fachkräfte zu finden, um ihre SAP S/4HANA-Landschaften in einem Multi-Cloud-Szenario aufzubauen – und zu betreiben. Schließlich ist die Migration eines SAP-Systems in die Microsoft-Cloud deutlich komplexer als lokale Infrastrukturen in ein IaaS-Angebot zu überführen.

Damit der Mittelstand SAP-Systeme in der Multi Cloud umsetzen kann, bieten IT-Dienstleister wie die QSC einen individualisierten Ende-zu-Ende-Service – von der Analyse und Beratung bis hin zu Betrieb, Wartung und Pflege des SAP-Systems. Kunden gelingt so nicht nur ein unkomplizierter und schneller Weg in die Cloud, sondern auch ein sicherer. Denn Azure bietet ein System nach dem Compliance-Standard ISO 27001, der Kunden-, Mitarbeiter-, Produkt- und Unternehmensinformationen sicher schützt und erfüllt als höchste zertifizierte Public Cloud sämtliche DSGVO-Anforderungen.

Sarah Heggen

QSC

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