DSAG-Jahreskongress 2016 Business Transformation aus der Steckdose

23. September 2016

Die Eröffnungs-Keynote des diesjährigen Jahreskongresses der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) stand unter dem Motto der Veranstaltung: „Business Transformation aus der Steckdose?“. Der DSAG-Vorstandsvorsitzende Marco Lenck beleuchtete die Herausforderungen der digitalen Transformation und deren Auswirkungen auf Geschäftsprozesse, Unternehmensbereiche und Marktmodelle. Wie die DSAG-Mitglieder in Österreich und in der Schweiz der digitalen Transformation begegnen und welche Anforderungen sie an SAP adressieren, erläuterten Wolfgang Honold, Vorstand für Österreich, und Christian Zumbach, Vorstand für die Schweiz, in weiteren Schwerpunkten der Vorstands-Keynote. Über 4.500 Teilnehmer haben den Weg ins Nürnberger Convention Center gefunden.

Geschäftsmodelle

Marco Lenck; Quelle: DSAG

Die Welt der Geschäftsprozesse ändert sich. Branchen bilden ‚Business Eco-Systeme‘ und verschmelzen. Das Resultat: Verschiedene Geschäftsmodelle treffen sich und ergeben eine 360-Grad-Sicht auf die Märkte. Erzeugte Daten werden immer mehr zum Geschäftsmodell.

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Die Voraussetzungen, um diesem Wandel zu begegnen, schafft die Technologie. Doch dabei stellen sich einige Fragen: Welche Rolle wird SAP in diesem Szenario besetzen? Was bedeutet die Position als Softwarehersteller von integrierten Geschäftsprozessen, Business Networks und hybriden Geschäftsplattformen? Welche Bedeutung haben andere Player auf dem Softwaremarkt? Diese Fragen stellt die DSAG im Auftrag ihrer Mitglieder.

Eines ist für Marco Lenck klar. „Neue digitale Prozesse brauchen stabile Kernsysteme, die sich erweitern, modifizieren oder ergänzen lassen. Hierzu sind Lösungen von SAPgefragt. Mit der Business Suite ist bei Kunden eine gereifte Plattform im Einsatz, für die SAP-Anwender über Jahre umfassendes Know-how anreichern konnten.“

Hier erwarte die DSAG eine adäquate Weiterentwicklung der Bestandslösungen, die nicht zu Gunsten von Neuprodukten wie S/4HANA ausfällt. Damit einher geht die Qualität der gelieferten Systeme. „Wir brauchen mehr Prozessqualität in Form von fehlerfrei gelieferten Lösungen, das hilft Unternehmen bei ihrer Digitalisierungsstrategie“, erklärt Marco Lenck. Und er ergänzt: „In Zukunft müssen Softwarelösungen einfach zu betreiben sein, sonst werden Unternehmen bei ihren Digitalisierungsvorhaben zu sehr aufgehalten.“

Bessere Integration nötig

Christian Zumbach; Quelle: DSAG

Vor diesem Hintergrund ist es unter dem Strich für SAP-Kunden wesentlich, dass sie mit unterschiedlichen Lösungen die Digitalisierung vorantreiben können. In einem Tempo, das nicht durch das Auslaufen der Wartung bestimmt wird. Dazu Marco Lenck: „Auf Basis der neuen SAP-Technologien und im Hinblick auf die Bestandslösungen erwarten wir mehr Funktionalität und eine bessere Integration der Lösungen. Zudem fehlen uns aussagekräftige Roadmaps, um die nächsten Jahre planen zu können.“

Unter den Schweizer Unternehmen genießt die digitale Transformation ebenfalls einen hohen Stellenwert. „In den Schweizer Gremien der DSAG diskutieren wir die Themen intensiv und erarbeiten konkrete Hilfestellungen“, beschreibt Christian Zumbach, DSAG-Vorstand für die Schweiz, den aktuellen Stand. „Von Schweizer Mitgliedern bekomme ich zurückgespielt“, so Zumbach weiter, „dass SAP Schweiz sehr aktiv ist, die Kunden für etwas Neues zu begeistern“. Was der Tatsache entgegenkommt, dass die Schweizer sehr innovativ sind, das schon immer waren und bestrebt sind, sich kontinuierlich vorwärts zu bewegen.

In Österreich erwarten die DSAG-Mitglieder konkrete Unterstützung und aktive Beratung von SAP für die digitale Transformation. „Den Kunden die digitale Welt nahezubringen, wird am besten mit konkreter Unterstützung und aktiver Beratung möglich sein“, wünscht sich Wolfgang Honold, DSAG-Vorstand für Österreich, denn, „Inhalte dürfen nicht auf der Strecke bleiben. Informationen müssen fließen“. Mehr Transparenz und eine konkrete Roadmap für den Übergang der Bestandskunden auf S/4HANA wären u.a. für Wolfgang Honold gute Maßnahmen.

Neues Ressort

Wolfgang Honold; Quelle: DSAG

Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) hat auf ihrer Mitgliederversammlung beim Jahreskongress in Nürnberg Andreas Oczko als Vorstand Operations/Service & Support bestätigt. Ebenfalls wiedergewählt wurden Otto Schell als Vorstand Branchen/Geschäftsprozesse und Wolfgang Honold als Vorstand für Österreich. Neu in das Gremium gewählt wurden Jean-Claude Flury als Vorstand für den neuen Vorstandsbereich Business Networks Integration und Ralf Peters als Vorstand Technologie.

Die Vorstandswahlen im Rahmen des DSAG-Jahreskongresses brachten dieses Jahr zwei neue Gesichter ins Gremium. Als neuer Vorstand Technologie wurde Ralf Peters, CIO der Agrana Beteiligungs-AG in Österreich, einstimmig gewählt. Hans-Achim Quitmann hatte sich für dieses Amt nicht mehr zur Wiederwahl gestellt. Der neue Vorstand Technologie hat die kommenden Aufgaben und Ziele klar im Blick. Für Ralf Peters ist die Technologie die Basis, um die neuen Möglichkeiten von Internet of Things und Industrie 4.0 zu nutzen. „Für das Rennen um die schnelle Realisierung von neuen Business-Modellen, muss Technologie wieder so spannend werden, dass besonders fähige Entwickler und Prozess-Designer, die modernen Ansätzen aufgeschlossen sind, darin eine in die Zukunft gerichtete und performante Basis finden. SAP werden wir hier ein kompetenter und innovativer Partner sein, der den Blick auf die betriebliche Realität einbringt, auch was die Kosten angeht.“

Ebenfalls neu in den Vorstand gewählt wurde Jean-Claude Flury, Vice President Global IT der Siegfried AG in der Schweiz. Er wird dem neu geschaffenen Vorstandsbereich Business Networks Integration vorstehen. Rund um die SAP-Produkte Ariba, Fieldglass und Concur entstehen Geschäftsnetzwerke für Beschaffung und Einkauf sowie ein flexibles Arbeitskräfte- und Reisekostenmanagement. Vor diesem Hintergrund wird sich der Vorstandsbereich Business Networks Integration mit der Verknüpfung von unternehmensinternen Geschäftsprozessen mit Partnernetzwerken über Plattformen befassen.

Unter anderem wird es darum gehen, die entsprechenden Funktionalitäten, intuitive User-Interfaces und durchgängige, integrierte End-to-End-Prozesse sicherzustellen. Da Cloud-Lösungen von SAP die entsprechenden Bereiche immer stärker durchdringen, werden auch Produkte wie Hybris und SuccessFactors in den Aufgabenbereich des neuen Vorstands fallen. Hier werden die Schwerpunkte u.a. auf der Stabilität und Performance der Lösungen liegen. Jean Claude-Flury hat genaue Vorstellungen davon, was er in seiner Amtszeit erreichen möchte: „SAP hat eine Reihe innovativer Lösungen eingekauft. Als Vorstand Business Networks will ich erreichen, dass die Kunden den Nutzen dieser Lösungen verstehen und erfahren, wie sich diese am besten in eine bestehende IT-Landschaft integrieren lassen.“ (rhh)

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