Einsatz von ERP-Systemen in Professional Services-Organisationen

13. Juli 2018

In Zusammenarbeit mit Unit4 hat das CER Center for Enterprise Research der Universität Potsdam eine Studie über den Einsatz von ERP-Systemen in Professional Services-Organisationen veröffentlicht. Ihr zufolge nutzen nur 14 % der befragten Organisationen gegenwärtig ein Professional Services Automation (PSA)-Tool, das die Basis für die Initiierung, Planung, Einteilung und das Management der Ressourcen in Projekten und Dienstleistungen bildet. Der zukünftige Einsatz eines PSA-Tools wird überraschenderweise nur von einem Viertel der befragten Unternehmen als wichtig eingestuft. Dies ist nach Ansicht der Autoren der Studie nicht in einer Ablehnung solcher Systeme begründet, sondern eher darin, dass der Begriff der Professional Services Automation und ihr voller Funktionsumfang in vielen Dienstleistungsorganisationen noch nicht vollständig bekannt sind.

Ein wenig anders verhält es sich mit der Sprachsteuerung: 90% der befragten Unternehmen nutzen diese teilweise, allerdings nur 3% intensiv. Aus Sicht des Center for Enterprise Research kann daraus abgeleitet werden, dass die Sprachsteuerung zwar mit Assistenten wie Alexa oder Siri in Verbindung gebracht wird, aber noch nicht mit betrieblichen Anwendungssystemen.

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Jochen Wießler, Managing Director DACH bei Unit4, die diese Studie in Auftrag gegeben haben: „Für uns war es sehr wichtig, zu erfahren, wie Professional Services-Unternehmen zu integrierten Prozessen stehen und wie weit und an welchen Stellen sie in der Praxis bereits im Einsatz sind. Eine der Haupt-Zielgruppen unseres Lösungsangebots sind serviceorientierte Unternehmen. Daher möchten wir natürlich erfahren, welche Anforderungen diese Organisationen an eine moderne ERP-Lösung haben und wo ihre Schwerpunkte liegen.“ Einige Studienergebnisse hätten ihnen klargemacht, wie und wo sie ihren Kunden künftig noch besser und zielgenauer unterstützen können. Auch die Erkenntnisse in Sachen Sprachsteuerung seien für sie hoch interessant: „Alexa und Siri haben einen durchaus hohen Bekanntheitsgrad; unsere Aufgabe ist es nun, mit unserem Sprachbot Wanda nachzuziehen und dafür zu sorgen, dass die Kommunikation nicht bei ‚Alexa, mach das Licht an‘ endet, sondern bei ‚Wanda, erledige die Zeiterfassung‘ noch lange nicht aufhört“.

Prof. Dr.-Ing. Norbert Gronau, wissenschaftlicher Leiter des am Potsdamer Lehrstuhls angesiedelten Center for Enterprise Research: „Die IT-Welt der Professional Services-Organisationen befindet sich in einem starken Umbruch. So waren einige Ergebnisse unserer Erhebung fast schon vorhersehbar, andere haben stark überrascht. Mobile Anwendungen beispielsweise werden in Verbindung mit einem ERP-System in den Organisationen durchaus genutzt, es erstaunt jedoch, dass dies nur zu 37% durchgängig geschieht“. Auch Portallösungen und ein Self-Service-Zugang für Kunden und Techniker spielen im Bereich PSA eine große Rolle: Die Produktivität der Servicetechniker könne mit ihnen deutlich gesteigert, Büro- und Reisezeiten auf ein Minimum reduziert werden. „Alle Entwicklungen erfolgen unter dem Gesichtspunkt, dass bei Professional Services-Organisationen der größte und gleichzeitig einzige Produktionsfaktor der Mensch ist, und der muss erfolgreich sein“, macht Gronau deutlich. (rhh)

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