DSAG-Investitionsreport 2025 belegt:Investitionsbereitschaft in zukunftsweisende Technologien wächst
21. März 2025
Die generelle Investitionsbereitschaft in IT-Lösungen und auch in SAP-Lösungen steigt. Bezogen auf die SAP-Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Lösungen SAP Business Suite, SAP S/4HANA On-Premises und S/4HANA Cloud zeigt sich, dass S/4HANA weiterhin an Bedeutung gewinnt. Gleiches gilt für RISE und GROW with SAP. Zu diesen Ergebnissen kommt der Investitionsreport 2025, zu dem die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) SAP-Anwender befragt hat. Darüber hinaus bestätigen die Teilnehmer an der Umfrage, dass die Bedeutung von SAP für ihr Unternehmen weiterwachsen wird.
Bezogen auf die IT- und SAP-Investitionsbudgets zeigt sich bei vielen Unternehmen weiterhin eine hohe Investitionsbereitschaft. Bei 40 Prozent der befragten Unternehmen im DACH-Raum steigt das IT-Gesamtbudget, vor einem Jahr waren es noch 43 Prozent. Gleich bleibt es bei 30 Prozent (2024: 36 Prozent) und bei 24 Prozent (2024: 18 Prozent) sinkt es. Hinsichtlich der Investitionen in SAP ist bei 47 Prozent (2024: 46 Prozent) ein wachsendes Budget zu verzeichnen. Bei 23 Prozent (2024: 32 Prozent) bleibt das SAP-Budget unverändert und bei 25 Prozent (2024: 19 Prozent) sinkt es.
„Der Rückgang der Unternehmen mit gleichbleibendem SAP-Budget und der Anstieg derer mit sinkendem Budget lässt den Schluss zu, dass einige Unternehmen ihre SAP-Ausgaben überprüfen. Mögliche Gründe könnten Verzögerungen bei geplanten Migrationen, Einsparungen durch Konsolidierung von SAP-Systemen oder eine allgemeine Kostenreduktion sein“, so der DSAG-Vorstandsvorsitzende Jens Hungershausen.
S/4HANA auf den Fersen der Business Suite
Gefragt nach den eingesetzten SAP-Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Lösungen liegt auch dieses Mal SAP ERP bzw. die SAP Business Suite mit 51 Prozent (2024: 68 Prozent) vor S/4HANA On-Premises mit 42 Prozent (2024: 44 Prozent). Einen signifikanten Zuwachs erfährt die Nutzung von S/4HANA Private Cloud und S/4HANA Public Cloud. So setzen 33 Prozent (2024: 11 Prozent) auf S/4HANA Private Cloud und 13 Prozent (2024: 6 Prozent) auf S/4HANA Public Cloud.

Auch hinsichtlich der geplanten Investitionen ist S/4HANA Cloud auf dem Vormarsch. So geben 68 Prozent der Befragten an, in S/4HANA Cloud (Private und Public) investieren zu wollen. 2024 waren dies 50 Prozentpunkte weniger. In S/4HANA On-Premises wollen 42 Prozent (2024: 51 Prozent) und in die Business Suite 23 Prozent (2024: 22 Prozent) investieren.
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Verschiebung hin zu Cloud-Lösungen. Auch hier muss diese Trendwende vor dem Hintergrund der veränderten Befragungsstruktur gelesen werden. Oftmals sind es große Unternehmen, deren Strategie für die digitale Transformation einen Grund zur Migration in die Cloud darstellt“, fasst Hungershausen zusammen und konkretisiert: „Viele größere Unternehmen haben eine konzernweite Cloud-Strategie oder Vorgaben, IT-Prozesse zu modernisieren. Gleichzeitig ist hier zumeist eine größere Investitionsstärke vorhanden.“
Zuspruch für S/4HANA-Cloud-Strategie wächst
Zum zweiten Mal wurden die Unternehmen danach gefragt, wie sie die S/4HANA-Cloud-Strategie von SAP beurteilen. Die erste Befragung 2024 war vor dem Launch des neuen SAP-Programms RISE with SAP Migration & Modernization, das Incentive-Maßnahmen beim Wechsel in die Cloud beinhaltet. Zum Zeitpunkt der Abfrage für den vorliegenden Investitionsreport (20. Januar 2025 bis 14. Februar 2025) kann das Programm als etabliert angesehen werden.
So bescheinigen diesmal 40 Prozent dem Programm eine hohe/mittlere Relevanz. „Während beim vergangenen Investitionsreport nur 13 Prozent der Befragten ein positives Urteil zur S/4HANA-Cloud-Strategie gefällt haben, so sind es in diesem Jahr 38 Prozent. Das SAP-Programm scheint Früchte zu tragen“, führt Hungershausen aus. Auch für 2025 soll es eine Fortsetzung der Incentivierung geben, eine offizielle Ankündigung wird in den kommenden Wochen erwartet. Aus Sicht der DSAG muss es sich dabei dann aber um ein Dauerangebot handeln, welches für Bestandskunden auch zukünftig einen Mehrwert darstellt.
Bedeutungsgewinn für RISE with SAP
Nach der Rolle von RISE with SAP für die Unternehmen gefragt, geben 48 Prozent (2024: 16 Prozent) der Befragten an, dass sie das Angebot bereits nutzen oder planen, es zu nutzen. Vier Prozent (2024: acht Prozent) geben an, das Angebot nicht zu kennen. Während 2024 noch 61 Prozent antworteten, dass sie nicht planen, das Angebot zu nutzen, so sind es in diesem Jahr 23 Prozent.16 Prozent sehen das Angebot als für sie nicht relevant an.
Einen etwas schwächeren Bedeutungszuwachs erfährt GROW with SAP. Während 2024 insgesamt 55 Prozent der Befragten angaben, das Angebot nicht nutzen zu wollen, sind es in diesem Jahr 26 Prozent. Für 38 Prozent ist das Angebot nicht relevant. Dagegen sagen diesmal 17 Prozent, dass sie GROW with SAP nutzen bzw. planen, zu nutzen. „Unternehmen erkennen zunehmend, dass langfristig kein Weg an der Cloud vorbeiführt – nicht zuletzt wegen SAPs Roadmap und der Wartungsstrategie bzw. dem nahenden Wartungsende für zahlreiche On-Premises-Lösungen“, ordnet Hungershausen ein.
Wechsel in die Cloud muss strategisch sinnvoll sein
Die Entwicklungen rund um RISE with SAP und das Programm RISE with SAP Migration and Modernization sind aus DSAG-Sicht eindeutige Zeichen dafür, dass die DSAG-Forderung, die On-Premises-Kunden nicht im Regen stehen zu lassen, notwendig und richtig ist. „Das Programm rechnet einerseits bereits geleistete Investitionen an. Zusätzlich stellt SAP Best-Practice-Leitfäden, Tools und Services bereit, um den Übergang in die Cloud zu erleichtern. Diese Maßnahmen unterstützen Unternehmen dabei, ihre bestehenden Investitionen zu schützen und gleichzeitig von den Vorteilen der Cloud zu profitieren“, betont Hungershausen.
Nichtsdestotrotz mahnt der DSAG-Vorstandsvorsitzende: „Einige Kunden fühlen sich von SAP unter Druck gesetzt, in die Cloud zu gehen. Das Tempo, das der Software-Hersteller hier vorgibt, ist nicht für jedes Unternehmen haltbar. SAP darf seine Kunden nicht zum Wohle des eigenen Aktienkurses zu schnellen Entscheidungen drängen. Stattdessen muss SAP sicherstellen, dass Unternehmen eine realistische, wirtschaftlich tragfähige und strategisch sinnvolle Migrationsperspektive haben. Es braucht weiterhin Wahlfreiheit, langfristige Planungssicherheit und faire Konditionen für On-Premises-Kunden.“
Business Technology Platform übernimmt Führung
Mit Blick auf die SAP-Cloud-Lösungen und deren Relevanz für Investitionen im Jahr 2025 liegt die SAP Business Technology Platform (BTP) mit hohen und mittleren Investitionen von 40 Prozent (2024: 33 Prozent) vor SAP SuccessFactors auf Platz 1. Für SuccessFactors planen 25 Prozent (2024: 21 Prozent) hohe und mittlere Investitionen. Auf Platz 3 folgt SAP Signavio mit 18 Prozent und löst damit SAP Customer Experience ab.
In Sachen BTP werden für die Analyselösungen von 46 Prozent (2024: 34 Prozent) der Befragten hohe und mittlere Investitionen geplant, gefolgt von den Integrationslösungen mit 40 Prozent (2024: 27 Prozent). Für Anwendungsentwicklung und -automatisierung planen 36 Prozent (2024: 17 Prozent) der Befragten hohe und mittlere Investitionen in die BTP.
Rolle der BTP im Kontext zur Business Data Cloud
Spannend wird es aus DSAG-Sicht zu beobachten sein, wie sich die Zahlen rund um die BTP vor dem Hintergrund der neuesten Ankündigungen von SAP zu SAP Business Data Cloud (BDC) entwickeln. SAP positioniert BDC als ein Angebot zur systemübergreifenden Harmonisierung der SAP-Datenhaltung.
Diese Lösung greift wiederum auf verschiedene Teillösungen zu, wie SAP Analytics Cloud (SAP SAC), SAP Datasphere, SAP Business Warehouse bzw. SAP BW/4HANA in der S/4HANA Private Cloud Edition. Die in der BDC verfügbaren Daten wiederum sollen dann mit Künstlicher Intelligenz (KI) von SAP oder von 3rd-Party-Anbietern genutzt werden können.
Hungershausen ist überzeugt, dass die wachsende Investitionsbereitschaft in BTP-Analyse- und -Integrationslösungen darauf hindeutet, dass Unternehmen bereits heute Wert auf eine nahtlose Datenverarbeitung legen. 2Ob und wie SAP mit BDC einen zusätzlichen Mehrwert schaffen kann, wird entscheidend sein. Gerade mit Blick auf die zunehmende Bedeutung von KI und datengetriebenen Geschäftsmodellen stellt sich die Frage, wie gut SAP die Integration von Daten aus verschiedenen Systemen – auch über die SAP-Welt hinaus – sicherstellen kann.“
Unternehmen planen Budgets für KI
Eine andere Frage bezog sich auf die Relevanz von KI für die Unternehmen. 68 Prozent (2024: 28 Prozent) attestieren ihr eine hohe und mittlere Relevanz. Dementsprechend verwundert nicht, dass 45 Prozent der Befragten KI sehr stark/stark bei ihren IT-Investitionen für das Jahr 2025 berücksichtigen. Zudem geben 48 Prozent der Befragten an, einen sehr hohen/hohen potenzielle Nutzen in KI-Lösungen zu sehen. Die KI-Strategie von SAP bewerten dieses Jahr 29 Prozent mit sehr gut/gut. Während 2024 niemand der Strategie ein sehr gut ausstellte und 10 Prozent sie als gut bewerteten. Keine Angaben machten dieses Mal 30 Prozent (2024: 47 Prozent).
„Die Ergebnisse zeigen, dass KI für Unternehmen im DACH-Raum zu einem entscheidenden Zukunftsthema wird. Dass SAPs KI-Strategie besser bewertet wird als im Vorjahr, ist ein positives Signal“, so Hungershausen. Allerdings bleibt für viele Unternehmen unklar, wie sie KI zum jetzigen Zeitpunkt gewinnbringend in ihre bestehende SAP-Landschaft integrieren können. „Hier braucht es transparente Roadmaps und praxisnahe Unterstützung seitens SAP. Auch als DSAG sehen wir uns hier in der Verantwortung, unsere Mitgliedsunternehmen möglichst praxisnah zu begleiten“, so Hungershausen weiter.
Cybersecurity dominiert auch 2025
Neben den reinen SAP-Themen gilt ein weiterer Schwerpunkt der Umfrage der Relevanz von übergreifenden Themen für die Investitionsplanung. Dabei steht die Cybersecurity mit 92 Prozent (2024: 88 Prozent) hoher und mittlerer Relevanz deutlich an erster Stelle, gefolgt von der Prozessautomatisierung mit 85 Prozent (2024: 75 Prozent) und der IT-Governance 68 Prozent (2024: 56 Prozent).
„Die steigende Relevanz von Cybersecurity und der Fokus auf Prozessautomatisierung und IT-Governance sind direkte Reaktionen auf die wachsenden Bedrohungen und die regulatorischen Anforderungen wie die NIS2-Richtlinie. Unternehmen müssen sich darauf vorbereiten, ihre Sicherheitsmaßnahmen weiter zu verstärken – auch um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden“, ordnet Hungershausen ein. (rhh)