Social Media in der Logistik: Potenzial erkannt, Know-how gesucht

10. August 2015

In der zweiten Online-Umfrage zum Thema „Social Media in der Logistik“ hat Inform eine Befragung unter 117 Mitarbeitern und Führungskräften aus dem Logistikbereich erhoben. Sie offenbart ein zunehmendes Interesse an sozialen Netzwerken, zeigt aber gleichzeitig erheblichen Nachholbedarf in deutschen Unternehmen. Während 63 Prozent der Teilnehmer den Einsatz von Social Media in der Logistik für „unverzichtbar“ halten, identifizieren 60 Prozent fehlendes Fachwissen als größte Hürde für eine effektive Anwendung. An der Umfrage nahmen von Januar bis April 2015 Vertreter verschiedener Branchen teil. Über 50 Prozent sind in der Automobil- und Elektroindustrie, im Maschinen- und Anlagenbau sowie im Großhandel tätig. Ebenfalls vertreten waren Mitarbeiter aus der Chemie-, Pharma- und Metallbranche, der Konsumgüter-, Lebensmittel- und Textilindustrie sowie aus der Beratung, Dienstleistung oder dem IT-Service.

Mit 62 Prozent setzt fast jedes zweite Unternehmen soziale Netzwerke für berufliche Zwecke ein. Im Vordergrund stehen dabei kommunikative Aufgabenfelder wie Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Kundenbeziehungsmanagement. Dabei können sich viele der Befragten eine große Bandbreite an Zielgruppen vorstellen, die sie mittels Social Media erreichen möchten. 66 Prozent sprechen sich für die Kommunikation mit Endkunden aus, 46 Prozent mit Industrie- und Handelskunden. Lediglich sechs Prozent möchten die digitalen Plattformen hierfür gar nicht nutzen.

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Im direkten Vergleich mit den Umfrageergebnissen zum gleichen Thema aus dem Jahr 2013, wird der Trend zu einer vielfältigeren Nutzung der sozialen Netzwerke sichtbar: So ist der Anteil derer, die Social Media für interne wie externe Prozesse nutzen, von 31 auf 40 Prozent gestiegen. Dabei wird vor allem auf fest etablierte Kanäle wie Facebook (67 Prozent), Xing (64 Prozent) und YouTube (53 Prozent) gesetzt. Diese Tools sind nicht nur an der Spitze der bevorzugten Netzwerke geblieben, sondern haben sogar signifikante Zuwächse zu verzeichnen.

In den logistischen Bereichen ist trotz positiver Erwartungshaltung nur ein leichtes Wachstum festzustellen. 36 Prozent nutzen soziale Netzwerke im Supply Chain Management, 21 Prozent im Einkauf und 20 Prozent in der Transportlogistik. Die Umfrageergebnisse decken allerdings auch Bereiche mit großem Zukunftspotenzial und wachsender Bedeutung auf: 65 Prozent und damit die Mehrheit der Befragten, sehen in den nächsten drei Jahren im Bereich der Kurier-, Express- und Paketdienstleistungen den größtmöglichen Nutzen von sozialen Netzwerken.

Doch es gibt für Unternehmen auch Gründe, die sozialen Netzwerke nicht in ihre Arbeit miteinzubeziehen. 2013 gaben 33 Prozent der Befragten eine mangelnde Vertrautheit mit der Thematik sowie Sicherheitsbedenken (25 Prozent) als Hauptgründe an. Auch in diesem Jahr stellt die fehlende Expertise bei der Umsetzung von Social Media-Lösungen eine besonders große Hürde dar: So klagen 60 Prozent der Befragten über fehlendes Fachwissen. (rhh)

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