Agilität für SAP-UmgebungenUmstiegs-Tipps zur Migration auf S/4HANA

2. April 2019

Befragt man die IT-Verantwortlichen in Unternehmen, was für sie zu den wichtigsten Treibern im Bereich der ERP-Investitionen gehört, steht die Verbesserung der Effizienz und Reaktionsfähigkeit von Geschäftsprozessen weit oben auf der Rangliste. Doch wer das Umsetzen will, der muss sein ERP-System aus einem zeitgemäßen Blickwinkel betrachten. Traditionell gesehen verfolgen viele IT-Verantwortliche bei „ihrem“ ERP-System die Devise: „Sicherheit zuerst“—sprich für sie spielt das ERP-System in erster Linie die Rolle eines „Aufzeichnungssystems“. Damit sind die Weichen für die Migration auf S/4HANA gestellt.

Doch wer Agilität predigt, der kommt mit dem traditionellen Aufzeichnungssystem-Ansatz für seine ERP-Lösung nicht weit. Viele CIOs haben feststellen müssen, dass sie Themen wie DevOps-Ansätze, agile Programmierung und auch das Thema „kontinuierliche Bereitstellung“ umsetzen müssen. Denn nur so lassen sich die bestehenden Strukturen schnell und flexibel genug transformieren. An dieser Stelle kommt dann auch bei vielen Unternehmen die Sprache auf SAP S/4HANA.

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SAP S/4HANA als Basis für Agilität

Mit S/4 HANA hat SAP nach eigenen Aussagen die ERP-Software der nächsten Generation vorgestellt. Damit soll es für Unternehmen leichter werden, ERP-System schnell weiter zu entwickeln. Dazu bringt S/4HANA viele zusätzliche Funktionen und Features ins Spiel, die sich verwenden lassen, um die Agilität erhöhen. Mit dieser IT-Infrastruktur sollen sich Menschen, Geschäftsnetzwerke, IoT (Internet of Things) und Big Data verbinden lassen – alles unter der Prämisse, den sofortigen Wert in allen Geschäftsbereichen mit verbesserter Automatisierung, Effizienz und Agilität zu steigern.

Sofortiger Mehrwert, zusätzliche Funktionen und weitgehende Automatisierung bedeuten, dass sich die ERP-Geschäftsprozesse schnell ändern können müssen. Denn die Anpassung neuer Geschäftsprozesse verlangt die Identifizierung von Kern-Workflows und Inhalten, die als Geschäftsprozesse in das ERP-System integriert werden müssen. Doch dazu gehört auch noch, dass Unternehmen effektive Methoden und Strategien zu entwickeln haben, um eine adaptive Umsetzung zu ermöglichen.

Das bedeutet letztendlich: Wer den vollen Wert von S/4HANA nutzen will, der sollte nicht nur das technische Upgrade von SAP S/4HANA machen, sondern auch die Anpassungen, die erforderlich sind, um sein Unternehmen wieder im vollen Umfang reaktionsfähig zu machen. Dabei unterstützt SAP die Anwenderunternehmen dabei, mit einer grundlegenden Implementierung – auch als Vanilla-Implementierung bezeichnet – zu beginnen. Daher sind Anpassungen in hohem Maße im Umfang des Software Delivery angesiedelt. Doch dabei darf man eine Sache nicht unterschätzen: Änderungen an der S/4HANA-Basis erfordern viele Systemanpassungen, so dass der Großteil der Implementierung in den Bereichen Anforderungsplanung, Erfassung und Verwaltung, Testmanagement und QS sowie Release-Management verortet ist.

S/4HANA richtig implementieren

Aus den Praxiserfahrungen von SAP-Spezialisten wie Panaya lassen sich für die verschiedenen Implementierungsphasen interessante Timing-Vorgaben ableiten: Das technische Upgrade für S/4HANA kann bis zu drei Monate dauern. Um jedoch die neuen S/4HANA-Standards zu erfüllen, sind die verbleibenden 9 bis 15 Monate auf Geschäftsprozessänderungen, Anpassungen und Qualitätssicherung ausgefüllt.

Dabei stellt sich die Frage, was das für das Unternehmen und die Softwarebereitstellung bedeutet. Da sich Betriebsmodelle und IT-Prozesse ändern, stehen IT-Führungskräfte vor einem grundlegenden Wandel. Die Optimierung von Änderungsanforderungen, die Anforderungen selbst, das Definieren von Test- und Release-Managementprozessen, kann für die Unternehmens-IT eine schwierige Phase sein.

Für viele Unternehmen wird die Implementierung dieser Änderungen in einem traditionellen Wasserfall-Bereitstellungsmodus zu lange dauern. Und das hat dann natürlich negative Auswirkungen auf den ROI der Lösung. Diese Änderungen müssen schrittweise umgesetzt werden, wobei in jedem Zyklus unterschiedliche Änderungsanforderungen mit Hilfe von Konzepten wie DevOps und „kontinuierlicher Bereitstellung“ erfüllt werden. Doch dazu benötigt die Unternehmens-IT eine „Enterprise Agile Delivery“-Lösung.

Neue Geschäftsprozesse aus dem Standard

Aufgrund des neuen Ansatzes bringt S/4HANA viele Änderungen in Bereichen wie Technologie, Geschäftsprozesse und Benutzeroberflächen mit sich. So wurde beispielsweise ein einfacher Purchase-to-Pay-Geschäftsprozess mit neuen Funktionen, Workflows und sogar einer neuen Fiori-Schnittstelle erweitert. Diese Änderungen wirken sich sowohl auf die Funktionsweise als auch auf das Customizing eines bestehenden Systems aus.

Um S/4HANA erfolgreich zu implementieren und eine bessere Kontrolle über die SAP-Projekte, -Releases und -Teams zu bekommen, benötigen die IT-Verantwortlichen eine zentralisierte Lösung. Sie sollte es ihnen ermöglichen, Veränderungen effizient und effektiv zu managen. Im Idealfall hilft die richtige Lösung, die Umsetzung aktueller Projekte zu analysieren und umsetzbare Maßnahmen zu ergreifen sowie datenbasierte Entscheidungen über Liefertermine für kommende Releases zu treffen. Dazu müssen IT-Manager über ihre aktuellen Werkzeuge Excel-Sheets und SharePoint hinaus eine intelligente Lösung entwickeln, die drei Schlüsselfunktionen bietet: Transparenz, Zusammenarbeit und Risikominimierung über den gesamten Delivery-Lebenszyklus. (rhh)

Der Beitrag basiert auf dem White Paper „The Journey to SAP Agility, Transitioning Tips to SAP S/4HANA

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