Deutschlands Weg zur KI-Transformation:Datenhygiene führt in die Zukunft
25. Februar 2026
Deutschland befindet sich an einer Schwelle. Mehr und mehr Organisationen und Unternehmen adaptieren Künstliche Intelligenz (KI), involvieren sie in ihre Geschäftsstrategie und versuchen, sich selbst zu KI-Unternehmen zu transformieren. Wie eine Umfrage der Bitkom zeigt, haben die Investitionen deutscher Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr nochmals zugenommen. Bereiche wie Kundenkontakt, Marketing und Forschung & Entwicklung sollen dadurch nachhaltig transformiert werden. So zumindest die Idee.
Doch die Realität spiegelt das alles noch nicht wirklich wider. Hauptgrund dafür ist, dass bei der Implementierung von KI-Lösungen und bei der Entwicklung neuer, KI-gestützter Prozesse zu wenig Augenmerk auf die dahinterliegenden Daten geworfen wird. Es wird Zeit, das zu ändern.
Daten diktieren den Fortschritt mit KI
Jedes Large Language Model (LLM), jeder KI-gestützte Workflow, jede intelligente Automatisierung – sie alle benötigen Daten. Die Hygiene dieser Daten ist direkt dafür verantwortlich, den Erfolg der zuvor erwähnten Modelle und Lösungen zu gewährleisten. Zu oft wird allerdings genau dieser Aspekt vernachlässigt.
Laut Bitkom sind 36 Prozent der deutschen Unternehmen unzufrieden mit der Qualität der Ergebnisse, die KI Ihnen liefert. Der Grund ist in vielen Fällen der Gleiche: Daten sind häufig zu unstrukturiert, zu wenig klassifiziert und zu wenig geschützt. Die Resultate aus diesem mangelnden Fokus sind dabei gravierend.
Wie die Studie „The GenAI Divide“ aufzeigte, scheitert ein Großteil der KI-Projekte an der Hürde der Datenhygiene. Besonders geschäftskritisch ist in diesem Zusammenhang, dass laut der Studie über 90 Prozent der Unternehmen keinen Return on Invest auf eben diese KI-Projekte haben. Kurz gesagt: Wer KI ohne saubere Datengrundlage forciert, verbrennt sein Geld.
Gift im System: Angreifer attackieren Daten bereits
Während einige IT-Entscheider den Wert der Daten für KI noch nicht gänzlich erkannt zu haben scheinen, sind Bedrohungsakteure schon einen Schritt weiter. Immer häufiger sind LLMs und KI-Prozesse das Hauptziel von Angriffen. Das resultiert dann in Praktiken wie LLMjacking, bei dem Unternehmensressourcen durch die Angreifer missbraucht werden, oder Data-Poisoning. Daten vergiften hat zum Ziel, die KI innerhalb eines Unternehmens langfristig angreifbar zu machen und die gelieferten Ergebnisse negativ zu beeinflussen.
Auch hier sind die ökonomischen Folgen für Unternehmen massiv, vom Schaden der Reputation gegenüber Kunden und anderen Stakeholdern ganz zu schweigen. Die Angst vor einem solchen Zwischenfall bremst laut Bitkom über ein Drittel aller Unternehmen in Deutschland vor einer rascheren Adaption von KI.
Datenhygiene als Schlüssel für Deutschland
Der Weg nach vorne ist klar: Wer die eigene KI-Transformation vorantreiben will, muss dafür die richtige Datengrundlage schaffen. Das beinhaltet zum einen, die notwendige Datenhygiene zu gewährleisten, die Künstliche Intelligenz braucht, um erfolgreich arbeiten zu können und einen tatsächlichen Mehrwert für das Unternehmen zu bieten. Zum anderen muss man diese Daten auch ausreichend vor bösartigem Fremdzugriff schützen.
Deutschland kann hier eine klare Vorreiterrolle einnehmen, wenn die Rahmenbedingungen dafür zügig aufgebaut werden. Während langfristige Investitionen in Dinge wie eine KI-Infrastruktur in Deutschland zwar auch dringend notwendig sind, werden die Früchte dieser Investitionen noch Jahre brauchen, um ausreichend zu reifen.
Unternehmen können und sollten aber jetzt schon eigenhändig die Weichen für die hauseigene Datenhygiene und -sicherheit stellen. So kann aus den Investitionen, die heute getätigt werden oder bereits geflossen sind, direkt Mehrwert entstehen. Die KI-Transformation kommt. Statt dem Wandel von der Seitenlinie zuzuschauen, kann jedes Unternehmen sie proaktiv mitgestalten und als positives Beispiel für Innovationsmut vorangehen.
Tim Pfälzer ist General Manager & Senior Vice President EMEA bei Veeam.