Studie belegt: Bedarf an Fachkompetenzen steigtFinanzteams verzeichnen durch Einsatz von KI bessere Performance

5. November 2021

Das Rollenverständnis von Finanzfachleuten steht vor signifikanter Veränderung hinsichtlich der strategischen Ausrichtung. Dies belegt die aktuelle Studie von Unit4 und verweist auf einen klaren Vorsprung für Anwender, die Künstliche Intelligenz (KI) einsetzen.

Die globale Studie „Finanzen, KI und die Entscheidungsfindung der Zukunft“ zeigt auf, dass Finanzteams von modernen Technologien profitieren. Für diese Untersuchung wurden 1.760 Entscheidungsträger in mittelständischen Unternehmen befragt.

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Das Bewusstsein unter Finanzfachleuten für KI wächst: 70 Prozent geben an, dass sie zumindest ansatzweise über das Thema informiert sind. Zwischen den Befragten, die bereits KI einsetzen, und jenen, die noch keine entsprechenden Technologien eingeführt haben, sind deutliche Unterschiede erkennbar:

  • 47 Prozent der Befragten, die KI-Tools im Finanzbereich nutzen, sehen ihr Unternehmen in einer starken Position. Unter den Unternehmen, die keine KI einsetzen, sind nur 28 Prozent dieser Meinung.
  • 49 Prozent der KI-Anwender sind der Ansicht, dass ihr Unternehmen eine starke Führung hat. Unter den Befragten ohne KI-Nutzung sehen das nur 32 Prozent so.
  • 43 Prozent der Befragten mit KI-Einsatz denken, dass sie ihre starke Position über die kommenden 12 Monate beibehalten werden. Unter den Unternehmen, die bisher keine KI implementiert haben, sind es nur 21 Prozent.

„KI ist in den Finanzabteilungen auf der ganzen Welt ein heißes Thema und die Early Adopter sind zuversichtlich, dass sich die Technologie positiv auf die Unternehmensperformance auswirkt“, so Gordon Stuart, CFO von Unit4. „KI sollte jedoch nicht nur als eine Möglichkeit zur Automatisierung von Prozessen angesehen werden. Finanzfachleute können sie als Chance nutzen, um eine stärker strategisch ausgerichtete Rolle einzunehmen. So erhalten sie die Möglichkeit, als Storyteller wichtige Entscheidungen aktiv mitzugestalten. Mithilfe technologiegestützter Analysen können sie Daten interpretieren und die Ergebnisse in aussagekräftige, für ihr Unternehmen relevante Erkenntnisse verwandeln.“

83 Prozent der weltweit Befragten gehen davon aus, dass sie in den nächsten zwei Jahren zunehmend in Strategie und Entscheidungsfindung eingebunden werden. Zwei Drittel dieser Befragter sind zusätzlich der Ansicht, dass sich damit auch ihr Arbeitsalltag erheblich verändern wird. Der Wunsch nach Weiterbildung ist entsprechend groß: 83 Prozent aller Teilnehmer in Finanzpositionen geben an, dass sie ihre Fachkenntnisse in den nächsten zwei Jahren erweitern möchten. Über 80 Prozent glauben, ihren Schwerpunkt dabei in den nächsten 12 Monaten auf KI, maschinelles Lernen, Programmierung, Analytik und Data Science zu legen. Dass mit diesem Prozess auch eine Mitarbeiterumstrukturierung einhergeht, befinden laut Umfrage 30 Prozent als notwendig, um Qualifikationslücken sicher schließen zu können.

Mehrwert der KI rückt ins Bewusstsein

KI kann mehr leisten als eine Automatisierung von Routineaufgaben. Sie birgt das Potenzial zur Verbesserung von Finanzplanung und Analyse. Die Teilnehmer der Studie gaben an, dass sie die größten Vorteile von KI in der Verbesserung der Datenqualität (33 Prozent) und der Zeitersparnis (32 Prozent) sehen. Lediglich ein Viertel der Befragten sieht darin eine Unterstützung für schnellere Entscheidungen und nur 24 Prozent sind der Ansicht, dass KI verwertbare Erkenntnisse für die Entscheidungsfindung liefert.
Diese Ergebnisse legen nahe, dass Finanzfachleute einen Nachholbedarf haben, welchen Mehrwert KI für den Bereich FP&A bietet.

Vor allem bei der Unterstützung von fundierten Entscheidungsfindungen für zukünftiges Wachstum und neue Marktchancen ist das Unterstützungspotenzial enorm. Lediglich ein Viertel gibt an, dass zwischenmenschliche und kommunikative Fähigkeiten für künftige Finanzfachleute entscheidend sein werden, und nur 21 Prozent sind der Meinung, dass Storytelling eine wichtige Rolle spielen wird.

Methodik der Studie

Im Auftrag von Unit4 befragte DJS Research 1.760 Entscheidungsträger in Finanzabteilungen mittelständischer Unternehmen in Australien, Belgien, Kanada, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Singapur, Schweden, den USA und dem Vereinigten Königreich.

Im Rahmen der Umfrage wurde den Befragten die folgende Definition von KI vorgelegt: „Künstliche Intelligenz (KI) bezieht sich auf Computersysteme, die in der Lage sind, Aufgaben auszuführen, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern, wie z. B. visuelle Wahrnehmung, Spracherkennung und datengesteuerte Entscheidungsfindung. Maschinelles Lernen, Predictive Analytics und Robotic Process Automation (RPA) fallen ebenfalls unter den Begriff KI.“ (rhh)

Unit4

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