Gewinner im Rennen zum datengesteuerten UnternehmenRichtiges Datenmanagement bringt Unternehmen in die Pole-Position

20. November 2020

Organisationen bauen intelligente IT-Stacks auf, um Software-Architekturen auf den Weg zu bringen, die ihrerseits datengesteuerte Anwendungen und Analytik-Dienste unterstützen werden. Doch das ist nur die erste Runde im Langstreckenrennen zum datengesteuerten Unternehmen.

Die Verantwortlichen in den Unternehmen müssen sich – um die Analogie zum Motorsport weiterzuführen – nun genau überlegen, welche Renntaktik sie für das kräftezehrende 24-Stunden-Rennen wählen, das vor ihnen liegt. Ob man nun Fan eben jener Langstreckenrennen, der Formel 1 oder der amerikanischen Nascar-Rennserie ist, die Konzepte sind vergleichbar: Auch auf einer „Datenstrecke“ hat man es mit verschiedenen Streckenprofilen, mit Schikanen und unterschiedlich engen Kurven zu tun – von der Konkurrenz ganz zu schweigen, die einem permanent im Nacken sitzt.

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Nehmen wir also „hinter dem Steuer“ Platz. In dem Maße, wie immer mehr Daten in immer kürzerer Zeit anfallen, müssen Unternehmen in der Lage sein, zwischen Bekanntem und Unbekanntem zu trennen.

Von der Rennstrecke ins Rechenzentrum

Bekannt sind zum Beispiel gemeinsame Verhaltenselemente, die bestimmte Datenflüsse in regelmäßig genutzten Anwendungen und Diensten aufweisen. Das ähnelt der Streckenführung der meisten bisher genutzten Formel-1-Strecken im Uhrzeigersinn, in der Nascar-Rennserie hingegen verlaufen die Strecken gegen den Uhrzeigersinn.

Dieses Basiswissen ist wichtig – genauso wie der Grad der Kurvenüberhöhung auf den einzelnen Strecken, die Länge der Geraden und die Durchschnittsgeschwindigkeit der meisten Boliden im Fahrerfeld bekannt sind.
Datengesteuerte Anwendungen und Dienste weisen ähnliche Gemeinsamkeiten auf. Schwieriger vorherzusagen ist die Art und Weise, wie Fahrzeuge (oder Daten) auf Echtzeitelemente wie Temperatur oder Feuchtigkeit und den konkreten Rennverlauf reagieren. Die Fähigkeit, mit diesen eher zufälligen Faktoren umzugehen und agil auf sich schnell nähernde Hindernisse zu reagieren, ist im Rechenzentrum genauso wichtig wie auf der Rennstrecke.

Aber genauso wenig wie es eine Sieggarantie auf der Rennstrecke gibt, gibt es DAS Erfolgsrezept für datengesteuerte Unternehmen. Denn der Geschäftsbetrieb eines jeden Unternehmens weist einzigartige Charakteristika auf. Deshalb ist im Rennen um datengesteuerten Geschäftserfolg kein Platz für vorgefertigte Standardlösungen, die nicht speziell auf den Bedarf eines Unternehmens abgestimmt sind. Wie in der Formel 1 ist auch hier präzise Ingenieurskunst gefragt.

Wenn Organisationen den Weg einer datenzentrierten Infrastruktur einschlagen, können sie zwar bereits auf ihrer ersten Rennrunde zu Überholmanövern ansetzen und Konkurrenten in ihrem Umfeld hinter sich lassen. Doch das garantiert noch keinen Platz auf dem Siegerpodest. Der Erfolg misst sich vielmehr an der Entschlossenheit, sich für die Langstrecke vorzubereiten – noch bevor überhaupt daran zu denken ist, das Gaspedal durchzudrücken.

KI für Anwender und in IT-Systemen

Unternehmen werden es künftig mit mehreren Ansätzen für das Datenmanagement der nächsten Generation zu tun haben, die auch die Nutzung künstlicher Intelligenz umfassen. In diesem Zusammenhang sollte man bedenken, dass sich KI nicht nur in smarten Anwendungsfunktionalitäten zeigt, die von Entwicklern erstellt wurden. Vielmehr hat sie auch bei der Automatisierung wichtiger Aktivitäten zu Entwicklung und Betrieb im Datenmanagement eine wichtige Rolle zu spielen.

Doch zunächst einmal stellt sich die Frage, was unter „Datenmanagement der nächsten Generation“ zu verstehen ist. Genauso wie man keinen minderwertigen Treibstoff in einen hochgezüchteten Rennwagen füllt, würde (oder sollte) man keine Informationen minderwertiger Qualität in einen unternehmenskritischen datenzentrierten Geschäftsprozess – oder Workflow – stecken. Anders ausgedrückt: Die Qualität der Daten ist heute wichtiger als jemals zuvor.

Und noch eine Analogie gibt es: So wie sich die Technologie im Motorsport Jahr für Jahr verändert, entwickeln sich auch die Innovationen in der gesamten Datenbranche in rasantem Tempo weiter – getrieben von Menschen, die an die Leistungsfähigkeit eines intelligenten und unternehmensweiten Informationsmanagements glauben. Diese Experten wissen: Man kann noch aerodynamischer werden, Simulationstechnologien noch besser nutzen, die Steuerung noch mehr automatisieren und den Fortschritt noch besser planen, um zu verstehen, welchen Schritt wir als Nächstes tun müssen.

Überholen dank Web-Scale-Ansatz

Auch die Frage der Skalierung ist von entscheidender Bedeutung. Datengesteuerte Unternehmen müssen von Anfang an mit einer „Web-Scale“-Denkweise arbeiten. Wenn ein einzelner Geschäftsprozess eine bestimmte Anzahl von Prozessorkernen, Analysefunktionen, Speicheranforderungen und Eingabe-/Ausgabe-Kanälen benötigt, dann muss man sich immer vor Augen führen: Das ist nur heute der Fall, an diesem bestimmten Tag.

Wenn dieser Geschäftsprozess skaliert werden muss, beispielsweise wegen plötzlich auftretender Geschäftsgelegenheiten, deren Zahl den dafür reservierten Ressourcenrahmen sprengt, oder wegen starken Unternehmenswachstums, dann muss das Unternehmen in der Lage sein, genauso wie das Web zu skalieren – das heißt in derselben Breite und Tiefe und ohne Unterbrechungen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Um das Rennen zum erfolgreichen datengesteuerten Unternehmen gewinnen zu können, muss man die Beschaffenheit der Rennstrecken mit allen Zusatzinformationen kennen – die entscheidende Rolle spielen aber die Dinge „unter der Haube“: der Motor und der kunstvolle Umgang damit. Übertragen auf die IT-Welt heißt das: Unternehmen müssen sicherstellen, dass eine skalierbare und flexible Datenmanagementinfrastruktur die Basis bildet. Diese Infrastruktur muss die Datentopologien von heute ebenso unterstützen wie die von morgen, die zudem verteilt sein werden, und den Wandel bewältigen, dem die Anwendungsszenarien und die entsprechenden Workloads kontinuierlich unterliegen.

Bob Eve ist Senior Data Management Strategist bei TIBCO Software.

TIBCO Software

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