Tragfähiges Geschäftsmodell für die Zukunft der App-EntwicklungVorteile der Plattformökonomie im ECM-Bereich

28. August 2019

Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen spielt im Unternehmensalltag eine elementare Rolle. Da sich das Angebot für entsprechende Anwendungen stetig vergrößert, suchen Start-ups und Softwareentwickler nach neuen Ansätzen zur besseren Verbreitung ihrer Lösungen. Spezialisierte Plattformen für solche Zwecke bieten Marktteilnehmern eine vielversprechende Möglichkeit.

Die Digitalisierung hält Einzug in sämtliche Bereiche der Gesellschaft und der Wirtschaft. Inzwischen findet auch in mittelständischen Unternehmen ein Umdenken statt: Organisationen setzen sich mit neuen Technologien auseinander und entwickeln auf dieser Grundlage ihre individuellen Digitalisierungsstrategien. Dabei soll der Einsatz moderner Technik für effizientere Abläufe und mehr Produktivität im Arbeitsalltag sorgen.

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Eine zentrale Zielsetzung dieser Transformation ist der Umstieg auf das papierlose Büro bzw. ein ECM-System (Enterprise Content Management). Da inzwischen unzählige Prozesse und Tätigkeiten App-gesteuert sind, stehen Entwickler und Start-ups vor einer Reihe neuer Herausforderungen. Denn einerseits haben Kunden höhere Ansprüche an die Funktionsbreite, andererseits fragen sich Entwickler, wie sie im hoch besetzten Markt eine gute Reichweite und hohe Nutzerzahl für ihre Applikationen erreichen können. Angesichts des großen Angebots wollen und müssen sie neue Wege gehen – und suchen dabei nach effizienten Vertriebswegen.

Neue Geschäftsmodelle und deren Nutzen

Bei Unternehmen und Softwareentwicklern kommt zunehmend die Frage auf, welche modernen und zweckmäßigen Digitalisierungsansätze überhaupt existieren und welche Vorteile sie ihnen verschaffen. Derzeit gibt es in der Digitalwirtschaft einen Trend zur sogenannten „Plattformökonomie“. Dieser Begriff bezeichnet ganz allgemein einen Ansatz, bei dem ein Plattformanbieter als Bindeglied fungiert und den digitalen Austausch zwischen Herstellern und Interessenten bzw. Kunden ermöglicht.

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Wirkungskreislauf der Plattformökonomie; Quelle: d.velop

Dennoch wirkt die Plattformökonomie als zunächst rein theoretisches Konzept gegebenenfalls schwer greifbar und verunsichert Entwickler unter Umständen. Eine praxistaugliche Möglichkeit für App-Entwickler sähe etwa so aus, dass ein etabliertes Unternehmen mit hoher Kundenreichweite eine Plattform für die Programmierung von Anwendungssoftware zur Verfügung stellt. Konzentrieren sich die Plattformen dann noch auf klar eingegrenzte Bereiche wie zum Beispiel das Dokumentenmanagement, können sie schnell zu einer attraktiven Chance für Start-ups und Softwareentwickler werden. Denn Programmierer erhalten so gute Rahmenbedingungen, um eine App zu entwickeln, die ihren Interessengebieten entspricht, und sie an eine dedizierte Zielgruppe zu vertreiben.

In jedem Fall sollte ein solches Geschäftsmodell aber verschiedene Anforderungen erfüllen und allen Marktteilnehmern entsprechende Mehrwerte liefern. Idealerweise profitieren Start-ups von individueller Betreuung sowie der fachlichen Kompetenz und langjährigen Erfahrung des Plattformanbieters. Wenn der Plattformanbieter die unterschiedlichen Gruppen wie Entwickler und Kunden erfolgreich leitet und betreut, entstehen wertvolle Netzwerkeffekte.

Diese bilden eine gute Basis für Entwickler, um Kunden in unterschiedlichen Branchen zu erreichen. Zudem besteht eine positive Wechselwirkung: Kunden erhalten über eine zuverlässige Plattform Zugriff auf eine Vielzahl von Apps. Die steigende Popularität der Plattform weckt dann im besten Fall die Aufmerksamkeit bei anderen Entwicklern, die wiederum selbst Interesse an der Bereitstellung von Apps haben.

App-Builder-Programm eröffnet zusätzliche Möglichkeiten

Einen solchen Ansatz verfolgt beispielsweise das App-Builder-Programm des Softwareherstellers d.velop. Der ECM-Anbieter stellt Start-ups, Systemhäusern und Entwicklern eine Plattform zur Verfügung, um zielgerichtet Apps im Bereich Dokumentenmanagement (DM) und Prozessautomatisierung zu programmieren und zu vermarkten. Damit verschwimmen bisherige Grenzen zwischen Kunden und Hersteller zunehmend, da neben Partnern nun auch Kunden von d.velop ihre eigene Anwendungssoftware für den d.velop store entwickeln können.

Die Lösungen funktionieren nach dem Software-as-a-Service-Prinzip (SaaS). Das heißt, Nutzer können die Software gegen eine Gebühr nutzen, ohne sich Gedanken um Wartungsaspekte und Updates machen zu müssen. Alle Anwendungen sind Cloud-basiert und eignen sich damit gut für zukunftssichere Infrastrukturen. Denn cloudbasierte Dienste senken unter anderem die Investitionskosten, gewährleisten eine schnelle Performance und sind gut skalierbar.

Die Entwicklungsszenarien sind vielfältig. So können tief integrierte Lösungen mit DM-Bezug sowie im Bereich Prozessautomatisierung programmiert werden, die auf Funktionalitäten von d.velop-Apps aufbauen und das Bedienkonzept von d.velop aufgreifen. Ebenso möglich sind Minimalintegrationen. Neben der Realisierung von neuen Apps, die über den d.velop store vermarktet werden können, gibt es für Kunden auch die Möglichkeit, die im Rahmen des App-Builder-Programms zur Verfügung gestellten Ressourcen für Individualanpassungen zu nutzen.

Die Offenlegung der Anwendungsschnittstellen, erlaubt es Unternehmen beispielsweise, ihr d.velop d.3ecm-System um individuelle Funktionen zu erweitern. Konkrete Entwicklungen beschäftigen sich derzeit etwa mit Lösungen für die Bereiche Rechnungsausgang, intelligente, KI-gestützte Personalbedarfsplanung, Reisekostenmanagement, Lieferantenanbindung sowie Vertragsmanagement im Healthcare-Umfeld.

Ablauf einer typischen App-Entwicklung

Für die tatsächliche Umsetzung der Anwendungen gibt es einen strukturierten Ablauf. Vor der eigentlichen Teilnahme am App-Builder-Programm findet ein erstes Kennenlernen zwischen dem externen Entwicklerteam und d.velop statt. Voraussetzung für eine Zusammenarbeit ist, dass die potenzielle App im Bereich Dokumentenmanagement und digitaler (Verwaltungs-)Prozesse angesiedelt ist. Danach gibt ein Einführungstermin mit einem Solutions Architekt von d.velop Aufschluss über technische Hintergründe, Anforderungen und die weitere Vorgehensweise. In diesem Zusammenhang unterstützt d.velop durch verschiedene SDKs.

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Quelle: d.velop

App-Builder können in ihrer jeweils gewohnten Programmiersprache arbeiten und die Entwicklungsumgebung frei wählen. Damit sollen Entwickler bei der Programmierung die größtmögliche Freiheit erhalten – insbesondere vor dem Hintergrund sich schnell wandelnder Technologien wie Frameworks oder anderer Tools ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Lediglich die Verwendung von HTML 5 für die Benutzeroberfläche ist eine technische Voraussetzung. Zudem muss sich jede SaaS-Lösung über einen ausfallsicheren, skalierbaren und mandantenfähigen HTTPS-Endpunkt (mindestens TLS-Version 1.2) erreichen lassen, damit auch in Stoßzeiten sämtliche Applikationsanfragen zuverlässig abgearbeitet werden können.

Damit letztlich eine sichere und verlässliche Software entsteht, muss für eine erfolgreiche Zusammenarbeit bis zum Vertrieb der App das App-Builder-Agreement unterzeichnet werden. Zu dem Vertrag gehören weitere Dokumente wie eine Leistungsbeschreibung, das Service Level Agreement (SLA), die Store AGB sowie eine Geheimhaltungserklärung. Parallel zur Programmierung werden von d.velop verschiedene Marketingmaßnahmen in die Wege geleitet, die ebenfalls fester Bestandteil des Programms sind. Aufgrund der sensiblen Daten und vertraulichen Dokumente nimmt auch die Einhaltung von Sicherheitsvorgaben einen hohen Stellenwert ein.

Dazu zählen unter anderem eine Weiterleitungsbeschränkung, das Verwenden von HTTPS-Methoden gemäß der Spezifikation sowie eine sichere Transportverschlüsselung (TLS). Experten prüfen die fertige App sowie organisatorische Aspekte des App Builders in einem abschließenden Security Check hinsichtlich der Sicherheits- und Qualitätsvorgaben. Der Vertrieb der Anwendungen erfolgt über den d.velop store – dabei übernimmt d.velop die vollständige Kaufabwicklung und Faktura, sodass Kunden einen Ansprechpartner behalten und App Builder sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

Fazit und Ausblick

Innovative Plattformen, wie etwa d.velop sie als Grundlage für das eigene App-Builder-Programm bereitstellt, sind auf dem Vormarsch und haben sich auf dem Softwaremarkt bereits als wichtiges Geschäftsmodell etabliert. Vor allem im Zusammenhang mit Cloud Computing, dessen Relevanz immer weiter steigt, wächst die Nachfrage nach modernen Vertriebswegen. Beim Mitwirken an einem solchen Ökosystem entstehen Synergien zwischen den Apps unterschiedlicher Entwicklerteams. Zudem gewährleisten die Kooperationen eine verbesserte Qualität und einen zusätzlichen Funktionsumfang von Applikationen des jeweiligen Plattformanbieters.

So möchte d.velop das Portfolio zusammen mit App Buildern stetig vergrößern und künftig auch fachlich zusammengehörige Apps in Bundles anbieten, über die Unternehmensgrenzen von d.velop hinaus. Darüber hinaus spielt für die Plattform das Thema Microservices eine wichtige Rolle. Die entkoppelten Prozesse auf Cloud-Basis überzeugen insbesondere durch ihre gute Skalierbarkeit. Denn Softwarelösungen lassen sich auf diese Weise je nach Bedarf sukzessive ausbauen.

Die Integration von Microservices ist überdies attraktiv für Entwickler, die bei der Programmierung auf der Höhe der Zeit bleiben wollen. Die digitale Plattform ermöglicht Start-ups und Entwicklern durch Unterstützung von erfahrenen d.velop-Experten die Erhöhung der Reichweite. Darüber hinaus schafft die Zusammenarbeit Vertrauen zu Kunden sowie Partnern – sowohl im Umfeld der Softwareentwickler als auch bei d.velops Kundenstamm.

Interessierte Entwickler können beim nächsten d.velop Hackathon am 5. und 6. November 2019 das Konzept und die technischen Hintergründe kennenlernen und direkt erste Apps entwickeln. (rhh)

Infos und kostenlose Anmeldung

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