Interview zu ERP und IoT: Frank Siewert, Vorstand bei Comarch „Nur die relevanten Daten gehören ins ERP“

8. März 2016

Industrie 4.0“ und das „Internet of Things“ (IoT) bringen viel mehr Informationsobjekte mit in die Gleichung. Daher stellt sich die Frage, welche Funktionalitäten ein modernes ERP-System mitbringen sollte, um beim Einsatz im Kontext IoT bestehen zu können. Im Interview mit Line-of.biz (LoB) hat Frank Siewert, Vorstand bei Comarch, die wesentlichen Parameter skizziert.

Datenmengen

LoB: Welche Voraussetzungen muss ein ERP-System mitbringen, um die gestiegenen Datenmengen und die zusätzlichen Abläufe im Unternehmen zu unterstützen?
Siewert: Zentral ist die Frage, welchen Ansatz man wählt: Speichert man alle anfallenden Daten aus Industrie 4.0 im ERP-System oder verarbeitet man nur relevante Daten im ERP. Grundsätzlich ist eine offene Architektur wichtig, etwa um das ERP-System an eine IoT-Plattform anzubinden. Eine gestiegene Datenmenge trifft so bei den Industrie-4.0-Lösungen von Comarch nicht zu, diese Datenmenge im ERP-System wird mit einer IoT-Plattform (Internet of Things) abgefangen, die vorgeschaltet ist. Das ERP-System erhält nur die relevanten Daten, die IoT-Plattform empfängt alle Daten der Informationsobjekte. Das ERP wird dabei das führende System bei dieser Industrie-4.0-Lösung sein.

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LoB: Bedarf es weiterer Steuerungssysteme, wie etwa ein Manufacturing Execution System, kurz MES?
Siewert: Das ERP-System steuert die Prozesse, zur Kommunikation mit den Produktionsmaschinen müssen diese „smart gemacht“ werden. Dies erfolgt zum Beispiel über Sensoren. Schließlich bedarf es nur noch einer Schnittstelle zwischen den Sensoren der Maschinen und dem ERP-System. Zum Beispiel ist die Comarch IoT Plattform die Schnittstelle zwischen Maschinen und Comarch ERP.

Zusammenspiel

LoB: Wie lässt sich hier das reibungslose Zusammenspiel erzielen, wenn andere Unternehmen, sprich die Zulieferer und die Kunden, mit eingebunden werden müssen?
Siewert: Das reibungslose Zusammenspiel lässt sich durch Schnittstellen und sichere und standardisierte Kommunikation über die IoT-Plattform und ggf. nachgelagerte oder integrierte Lösungen wie Comarch EDI sicherstellen.

LoB: Wie kann man ein erfolgreiches Datenmanagement im ERP-Umfeld aufsetzen, wenn durch Industrie 4.0 viel mehr Daten auszuwerten sind?
Siewert: Da Comarch alles aus einer Hand anbietet, ist man in der Lage Daten konsistent zu halten und die Datenqualität zu erhöhen. Grundsätzlich geht es darum, dass ein führendes System die Datenwahrheit hat und gleichzeitig Datenmodell so schlank wie möglich gehalten werden und nur die Daten verarbeitet werden, die man auch braucht.

Rainer Huttenloher

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