DSAG-Investitionsumfrage 2016: Wenige Vorreiter bei S/4HANA

16. Februar 2016

Die IT-Investitionen steigen in diesem Jahr um 2,7 Prozent. Das ist etwas weniger als 2015 (3,5 Prozent). Trotzdem wird im SAP-Umfeld etwas mehr ausgegeben. Die Budgets für SAP-Investitionen liegen bei 6 Prozent (+0,6 im Vgl. zu 2015). Aber in welche Bereiche planen DSAG-Mitglieder 2016 am meisten zu investieren? Zu den Top 3-Nennungen gehören: Logistik (46 Prozent), Marketing/Vertrieb/CRM (40 Prozent) und Finanzwesen (32 Prozent) – Mehrfachnennungen waren hier möglich.

Dass die SAP-Anwender aktiv werden in Sachen Digitalisierung, zeigt sich an den erhobenen Zahlen. Für 36 Prozent der Befragten sind Investitionen in neue Geschäftsmodelle im Rahmen der digitalen Transformation wichtig bis sehr wichtig (2015: 12,5 Prozent). 44 Prozent sind noch unentschieden. Für 20 Prozent ist das Thema eher unwichtig. Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG), interpretiert das Ergebnis so: „Neue Geschäftsmodelle und -prozesse sind wichtig, um im Wettbewerb gegen innovative und agile Start-ups zu bestehen. Diese Herausforderung für CEOs ist bei den CIOs angekommen. Probleme werden gemeinsam angegangen. Der Aufbruch ins digitale Zeitalter erfolgt Seite an Seite.“ Ein weiterer Beleg dafür ist, dass Entscheidungen über SAP-Investitionen zunehmend gemeinsam getroffen werden. In über der Hälfte der Unternehmen ist das so, zeigt die DSAG-Umfrage 2016.

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Im SAP-Bereich wird weiterhin hauptsächlich für klassische Themen wie Rollouts, Konsolidierung und Harmonisierung Geld ausgegeben. Das sind die Projekte, die DSAG-Mitgliedsfirmen hauptsächlich stemmen. Bei mittleren Investitionen haben Business-Intelligence-Lösungen die Nase vorn. 35 Prozent der Unternehmen sehen hier den Bedarf, ihre Analyseaktivitäten weiter zu unterstützen. SAP-Produkte, die Industrie 4.0/Internet of Things betreffen, rücken bei gut einem Fünftel langsam in den Fokus (22 Prozent Haupt- und mittlere Investitionen). Abgeschlagen sind die SAP-Cloud-Produkte und die HANA-Cloud-Plattform.

„Bemerkenswert sind die Zahlen für S/4HANA“, kommentiert Marco Lenck die Ergebnisse des sogenannten Business-Suite-Nachfolgers. „Das Produkt ist noch recht jung. Unternehmen tätigen Hauptinvestitionen im mittleren einstelligen Bereich. Es zeigt sich wieder, dass es unter unseren Mitgliedern Vorreiter für den Einsatz neuer Produkte gibt. Noch nicht ganz im Markt angekommen scheint die HANA-Cloud-Plattform zu sein, in die nur ein Prozent der Befragten hauptsächlich zu investieren plant. Hier wollen wir weiter Aufklärungsarbeit leisten.“ Dieser Aufgabe nimmt sich die DSAG auch weiter intensiv an. Dennoch verdeutlicht die DSAG-Investitionsumfrage 2016 auch, dass der Großteil der Mitglieder sich bei S/4HANA abwartend verhält.

Je mehr Klarheit es zum Produkt gibt, desto besser. Aus diesem Grund hat die DSAG ein Positionspapier zu S/4HANA vorgestellt, das die wichtigsten Aspekte aus Kundensicht zusammenfasst. Demnach setzt sich die DSAG u.a. dafür ein, dass alle bisherigen Anwendungen in der Business Suite inklusive der Branchenlösungen auch zukünftig in S/4HANA ohne Funktionalitätsverlust betrieben werden können. „Wir halten es darüber hinaus für wichtig, dass S/4HANA zeitnah auch auf alternativen Datenbanken betreibbar ist. Außerdem muss es möglich sein, S/4HANA in Bezug auf Lizenzen, Migration, Funktionalität und Investitionsschutz ohne zusätzlichen Aufwand zu implementieren“, nennt Hans-Achim Quitmann, DSAG-Vorstand Technologie, weitere zentrale Punkte aus dem Positionspapier. Es spiegelt das Gebot der Stunde für die DSAG-Mitglieder in puncto S/4HANA wider: weitsichtig agieren, nachhaltig fordern und clever umsetzen – kurz: Position beziehen!

Insgesamt nahmen 344 Personen (CIOs und Unternehmensvertreter) aus DSAG-Mitgliedsunternehmen im deutschsprachigen Raum an der Online-Umfrage im Dezember/Januar 2015/2016 teil. Befragt wurde jeweils ein Ansprechpartner pro Unternehmen. Die meisten Teilnehmer (45 Prozent) kommen aus Unternehmen zwischen 1.000 und 4.999 Mitarbeitern. Aus der Schweiz nahmen 24, aus Österreich 21 Unternehmen teil. (rhh)

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