Die ideale Plattform für das Echtzeit-Unternehmen, Teil 2Enterprise-Virtualisierung mit IBM PowerVM und IBM PowerVC

6. Dezember 2018

Virtualisierung steht heute für viele Unternehmen an erster Stelle. Auf der Grundlage von mehr als einem Jahrzehnt der Entwicklung und Innovation repräsentiert IBMs PowerVM-Ansatz eine Enterprise-Virtualisierung, die sich weltweit in Produktionsumgebungen der meisten Anwender von IBMs Power Systemen im Einsatz befindet. Das auf Firmware basierte Design von PowerVM gewährleistet maximale Sicherheit, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit – und das auch in Umgebungen, die für den Einsatz von SAP HANA konzipiert sind.

Virtualisierung hat sich aufgrund vieler Vorteile zu einer Standardtechnik herauskristallisiert. Möchte ein Unternehmen Kosten senken (effizientere Virtualisierung verschiedener Workloads), virtuelle Maschinen und Storage automatisiert bereitstellen oder eine dynamisch optimierte Auslastung von Server- und Storage-Ressourcen erreichen, um Kosten zu kontrollieren und die Kapitalrendite zu verbessern, dann kommt Virtualisierung zum Einsatz.

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In der Praxis haben sich weitere Vorteile dieser Technik gezeigt: Die flexible Skalierung der virtualisierten Installationen ohne Einbußen bei Performance und Durchsatz, die Vermeidung geplanter Ausfallzeiten durch den Einsatz von Live-Anwendungsmobilität zwischen Servern oder die Bereitstellung von Services mit höherer Qualität durch die Optimierung der Verwaltung virtueller Ressourcen und die Beseitigung von Sicherheitslücken lassen sich hier aufzählen.

Speziell im Bereich Einsatz von SAP HANA gibt es mit dem „SAP Tailored Data Center Integration“-Modell (TDI-Modell) eine Vorgabe seitens SAP, welche Hardwarevoraussetzungen für den Betrieb einer SAP HANA-Plattform nötig sind. Mit der Phase 5 des TDI werden Sizing-relevante Informationen vorgegeben, die nicht mehr wie bei der Phase 4 von einem Core to Memory-Verhältnis ausgehen, sondern die „SAPSe“ heranziehen, die bereits beim Sizing von Netweaver-basierten SAP-Umgebung Verwendung fanden. Das hat für die Anwender Vorteile: Denn mit dem Wechsel von TDI 4 mit Core to Memory nach TDI 5 mit SAPSen ergibt sich ein fairerer, verringerter und damit für den Anwender kostengünstigerer Ressourcenbedarf der benötigten CPU-Kapazität sowie so eine verbesserte Prozessorauslastung der „Hana-on-Power-Systeme“.

Dies bringt einen Schritt in die richtige Richtung, was den Ressourcenbedarf an vorzuhaltender Rechenleistung anbelangt. Zudem sind die Anwender in der Lage, eine eigene Verantwortung für die Beschaffung und Nutzung von Rechnerressourcen in Zusammenarbeit mit dem Hersteller und dem Business Partner einzugehen.

Doch in allen Fällen muss entsprechend den SAP Vorgaben für den produktiven Einsatz von SAP HANA auf IBM Power die minimale Anzahl von Kernen und Speicher pro LPARs mindestens vier Kerne und 128 GByte DRAM betragen. Für Power Systeme darf das Maximum von 176 Kernen und 24 TByte nicht überschritten werden, das von einer einzelnen SAP HANA-Instanz für transaktionale OLTP-Workload (wie etwa die SAP Business Suite oder S/4HANA) verwendet wird (Scale-up). Für OLAP-Workload (z. B. BW oder BW/4HANA) können 192 Kerne und bis zu 16 TByte verwendet werden.

IBMs Power-Server bieten zudem die Freiheit, neben SAP-Workloads auch eine breite Palette von Open-Source- und kommerziellen Anwendungen ausführen zu können – ohne die Kosten und die Komplexität, die häufig bei der Verwaltung mehrerer physischer Server eine Rolle spielen. Mit PowerVM können nicht ausgelastete Server eliminiert werden, weil das gesamte System dafür ausgelegt ist.

Mit PowerVM steht die Leistung und Flexibilität zur Verfügung, mehrere Systemanforderungen in einem einzigen Server zu erfüllen. Zudem ist PowerVM der einzige Hypervisor unter den Hauptanbietern ohne gemeldete Schwachstellen. PowerVM Micro-Partitioning unterstützt bis zu 20 virtuelle Maschinen (VM) pro Prozessorkern. Je nach Servermodell können Unternehmen bis zu 1.000 VMs auf einem einzigen Server ausführen – jede mit eigenem Prozessor, Speicher und, wenn erforderlich, auch eigenen I/O-Ressourcen. Prozessorressourcen können mit einer Granularität von 1/200 eines Cores zugeordnet werden. Für Memory beträgt die kleinste verschiebbare Größe 1 MByte.

  • „Shared-Prozessor-Pools“ ermöglichen eine kontinuierliche und automatische Zuordnung von Prozessorleistung zwischen VMs, was zu einem erhöhten Durchsatz führt. Sie bieten auch die Möglichkeit, die Anzahl der Prozessorkerne zu begrenzen, um beim Einsatz prozessorbasierter Software Lizenzierungskosten zu reduzieren.
  • „Shared Dedicated Capacity“ ermöglicht die Zuordnung von nicht benötigten CPU-Zyklen dedizierter Prozessoren an VMs im gemeinsamen Prozessor-Pool. Da eine dedizierte VM die absolute Priorität für CPU-Zyklen behält, kann die Aktivierung dieser Funktion die Systemauslastung erhöhen, ohne die Leistung für kritische Workloads zu beeinträchtigen.
  • „Live Partition Mobility“ unterstützt die Verschiebung einer im Betrieb befindlichen IBM i-, AIX- oder Linux-Partition von einem physischen Server auf einen anderen kompatiblen Server – ohne Unterbrechung der laufenden Anwendungen bei Maßnahmen zur geplanten Systemwartung oder zur Verlagerung von Workload.
  • „Active Memory Sharing“ ermöglicht die gemeinsame Nutzung eines physischen Speicher-Pools zwischen LPARs auf einem einzigen Server, wodurch die Speicherauslastung erhöht und Systemkosten reduziert werden können. Der Speicher wird dynamisch und je nach Bedarf zwischen den Partitionen aufgeteilt. So wird die Auslastung des physischen Speicher-Pools optimiert. Mit Active Memory Deduplication kann die Effizienz durch Vermeidung von Mehrfachspeicherung identischer Speicherinhalte noch gesteigert werden.

Rainer Huttenloher

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