DSAG-Leitfaden zum  Einsatz von SAP HANA Entscheidungspunkte und praktische Tipps zum Einsatz von HANA

23. Juli 2015

Die eine richtige HANA-Strategie existiert nicht. Erstens gibt es zig unterschiedliche Einsatzszenarien, zweitens variieren die Anforderungen und drittens muss sich jede Investition am Ende des Tages auch rechnen. Was sich heute aber schon klären lässt, sind grundlegende Fragestellungen, allgemein gültige Prinzipien und Umsetzungsbeispiele mit Vorbildfunktion.

Der DSAG-Leitfaden (Deutschsprachige SAP Anwendergruppe e.V.) zum Einsatz von SAP HANA skizziert, wie Unternehmen schnell zu einer erfolgreichen Lösung kommen können.

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Leitfaden zur Orientierung

Andreas Wilmsmeier, Sprecher der DSAG-Arbeitsgruppe HANA Analytics
HANA als Accelerator, Quelle. DSAG

Die schöne, neue HANA-Welt hat noch einen weiten Weg vor sich. Neugierig sind sie zwar alle, nicht nur die Anwender – und interessiert sowieso. Jeder Einzelne würde nur zu gerne wissen, wie er seine Massendaten schnell und sinnvoll auswerten kann, um Reporting, Analyse und Planung zu unternehmensinternen Meisterdisziplinen zu machen. Und laut SAP kann HANA, die Datenbank- und Entwicklungsplattform, auch all das. Und jetzt kommt das bekannte „Einfacher gesagt als getan“ – denn die Nutzer vermissen nach wie vor konkrete Architekturszenarien und praxisrelevante Tipps, um in der HANA-Welt langfristig den Fuß in die Tür zu bekommen, und sind aktuell auch stark daran interessiert, was HANA für ihre tägliche Arbeit bedeutet.

Welche Hoffnungen und gleichzeitig auch Befürchtungen Nutzer haben, weiß Andreas Wilmsmeier, Sprecher der DSAG-Arbeitsgruppe HANA Analytics: „Viele SAP-Anwender haben HANA irgendwo im Einsatz oder interessieren sich ernsthaft dafür. Allerdings mangelt es nicht nur an handfesten Business Cases, sondern manche Unternehmen sind schlicht und einfach von den neuen Möglichkeiten und den daraus resultierenden Fragestellungen erschlagen und versuchen erst einmal, einen strukturierten Zugang zur neuen Plattform zu finden.“

Der richtige Zeitpunkt also für die Arbeitsgruppe, einen Leitfaden zu erstellen, der wesentliche Entscheidungspunkte und praktische Tipps zum Einsatz von HANA im Rahmen einer Business Intelligence & Analytics-Studie aufzeigt.

Um HANA zu verstehen, muss man die Vision von SAP kennen – die da lautet: eine deutliche Vereinfachung der IT-Prozesse mit SAP HANA als der einen integrierten Datenbankplattform. „Bis das erreicht ist, hat SAP aber noch eine gute Wegstrecke vor sich, auf der Entwicklungsseite, vor allem aber auch in Bezug auf die Implementierung beim Kunden“, sagt Andreas Wilmsmeier. „Mit Hilfe des Leitfadens SAP HANA wollen wir nun die drängendsten Fragen beantworten, etwa wie die typische Ausgangssituation vor einer HANA-Einführung aussieht, wie man die BI-Strategie im Gesamtkontext HANA aktualisiert oder welche Auswirkungen die IT-Abteilung zu erwarten hat.“ Beispielszenarien aus der Praxis und mögliche Kombinationsmöglichkeiten sowie übergreifende Handlungsempfehlungen runden die Veröffentlichung ab.

Leidensdruck

Gesa Fuchs, Sprecherin der DSAG-Arbeitsgruppe HANA Analytics
HANA als Plattform für SAP-Lösungen; Quelle: DSAG

In Zeiten von Cloud-Technologien, Big Data oder Internet of Things (IoT) ist es das Gebot der Stunde, nach agileren, flexibleren und kostengünstigeren Prozessen zu streben – und zwar unabhängig von der technischen Lösung. „Die Probleme sind meist dieselben: Neue Anwendungen können nicht schnell genug bereitgestellt werden, auch kleine Änderungen führen oft zu Durchlaufzeiten von mehreren Wochen. Zeitkritische Informationen und große Datenmengen stehen nicht rasch genug oder nicht in geeigneter Form zur Verfügung“, fasst Gesa Fuchs, Sprecherin der DSAG-Arbeitsgruppe HANA Analytics, die aktuelle Lage zusammen.

Mit HANA als Werkzeug an der Seite lassen sich die Anforderungen aller Fachbereiche an Data Warehouse, Reporting und Analyse nun besser und vor allem auch zeitgemäßer abdecken – selbst bis hin zu hybriden Szenarien dank Replikation und direktem Zugriff auf Nicht-SAP-Datenbanken. Im Klaren sollten sich die Anwender aber darüber sein, dass eine Reihe architektonischer, organisatorischer und funktionaler Erweiterungen und Veränderungen auf sie zukommt. „Die Einführung von HANA geht unweigerlich mit einer Überarbeitung und aktiven Mitgestaltung der unternehmensweiten BI-Strategie einher – und das betrifft sowohl die IT-Organisation als auch die Prozesse“, rät die Arbeitsgruppen-Sprecherin.

Unterm Strich wollen alle Anwender dasselbe erreichen: Einen Mehrwert für ihr Unternehmen schaffen. Hilfestellung können die verschiedenen Szenarien leisten, die im Leitfaden ausführlich beschrieben werden: Sie helfen Anwendern anhand konkreter Beispiele, die eigene geplante HANA-Einführung vorab besser zu verstehen, vorzubereiten und durchzuführen. Welche Werttreiber sie dabei im Auge haben sollten, gibt der Leitfaden vor:

Neue, bisher nicht umsetzbare Einsatzszenarien oder Prozesse,

bessere Unterstützung ergebnisrelevanter Entscheidungen,

agilere Anpassung an neue Informationsanforderungen,

höhere Aktualität der Informationen/Echtzeit,

Senkung der Prozesskosten sowie

niedrigere Gesamtkosten (TCO, Total Cost of Ownership).

Geplant ist, die Sammlung kontinuierlich mit Anwendungsszenarien weiterer DSAG-Mitglieder zu ergänzen.

Reset oder Misch-Lösung?

HANA als Plattform für Anwendungsentwicklung; Quelle: DSAG

Welcher Werttreiber dabei wie zum Unternehmen passt, hängt natürlich immer vom Einzelfall ab. Fakt ist aber: Die bisher wohlgeordnete Welt der Arbeitsteilung SAP-Business-Suite-Module und Business Warehouse (BW) als zentraler Data-Warehouse-Plattform ist heute schon stark ins Wanken geraten. „Anwender sollten deshalb jetzt überlegen, in welchen Bereichen HANA durch passende Architekturbausteine die Analytics-Infrastruktur ergänzen oder möglicherweise ganz ersetzen kann – und in welchen Szenarien BW weiterhin als zentrale Lösung im Sinne eines Single Point of Truth eingesetzt wird“, fasst Gesa Fuchs zusammen und verweist auf die Beispielszenarien in Kapitel 8 des Leitfadens. „HANA ist mit all seinen Potenzialen schon in den Unternehmen angekommen“, sagt sie abschließend. Jetzt müssen die Informationen und Daten nur noch aus den Köpfen raus in die gelebte Praxis – denn nur so können wir HANA Analytics handzahm machen.

Die Arbeitsgruppe HANA Analytics mit ihren über 470 Mitgliedspersonen sammelt Erfahrungen mit der Integration von SAP HANA in BI-Landschaften. Das Gremium konsolidiert und diskutiert die Erkenntnisse und trägt aus diesem Blickwinkel aktiv zur Weiterentwicklung von SAP HANA als Plattform für analytische Anwendungen und BI bei.

Hier geht es zum DSAG-Leitfaden SAP HANA Analytics

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