Migration auf S/4HANA und die Business-ModelleInnovative Geschäftsmodelle bringen entscheidende Vorteile

25. Oktober 2018

Der Support für die traditionelle SAP-Umgebung ist zwar bis 2025 gegeben, trotzdem stehen viele Unternehmen vor der Einführung von S/4HANA. Einer der Gründe, um auf S/4HANA zu migrieren, ist sicherlich der Kostenfaktor für die neue Business Suite.

Momentan sind die S/4HANA-Lizenzen verhältnismäßig günstig zu erwerben, so dass einige Kunden zunächst ‚lizenztechnisch‘ migrieren, selbst wenn noch keine physischen Veränderung in unmittelbarer Zukunft geplant ist. Aber auch wenn solch eine physische Veränderung im Unternehmen ansteht – etwa wenn vorhandene Hardware steuerlich abgeschrieben wurde – lohnt sich ein Blick auf die S/4HANA-Plattform.

Wenn es um die Frage geht, wie eine Migration angegangen werden soll, sind interne, meist strategische Fragen abzuklären, und dementsprechend verschiebt sich die Einführung beziehungsweise Migration auf S/4HANA in vielen Fällen. Zu den intern zu klärenden Aspekten gehören strategische Linien. Es gilt zu klären, auf welche Weise das Unternehmen und seine Kunden von dieser Einführung profitieren kann, und wie sich durch den Einsatz von S/4HANA möglichst viele Vorteile realisieren lassen.

Oftmals werden derartige offene Punkte im Vorfeld nicht genau genug skizziert. Denn nur mit der Einführung einer neuen Datenbank – SAP HANA – ist noch nichts gewonnen. Doch inzwischen zeigt sich, dass sich nicht nur die IT-Abteilung in den Unternehmen mit S/4HANA beschäftigen, sondern dass immer mehr die einzelnen Fachabteilungen den Fokus auf diese Suite legen. Denn sie versprechen sich viele Vorteile einer derartigen Migration.

Und in den Fachabteilungen werden häufig die interessanten Ansätze verfolgt – speziell unter dem Aspekt, neue Business-Modelle zu entwickeln. Teilweise fällt die Entscheidung auch so aus, dass die bisherige Schiene weitergefahren wird, und das alte Datenbankmodell weiterhin betrieben wird. Viele Unternehmen orientieren sich in ihren Geschäftsfeldern im Konkurrenzumfeld und schauen sich an, welche Mitbewerber vielleicht schon auf HANA migriert sind, und welche Vorteile sie daraus ziehen.

Erfolgsfaktor Echtzeitfähigkeit

Im Zuge der Digitalisierung wird viel davon gesprochen, dass sich immer mehr Unternehmen auf den Erfolgsfaktor „Echtzeit“ konzentrieren. Es findet quasi eine Transformation zum „Real-Time-Unternehmen“ statt. Somit ist zu erwarten, dass bei Thema „S/4HANA“ vor allem diese Funktionen in den Vordergrund treten. Laut SAP lag der Fokus der „alten“ Version – also vor S/4HANA – auf der Optimierung der bestehenden Geschäftsprozesse: Es wurde versucht, die vorhandenen Abläufe möglichst so zu optimieren, dass die Aufgaben schnell und effizient durchgeführt werden. Die S/4HANA-Version soll es dagegen erlauben, neue Geschäftsprozesse möglichst schnell – und somit agiler als zuvor – bereitzustellen. Daraus resultiert eine Erhöhung der Flexibilität.

Je nach Einsatzszenario ergeben sich hier große Vorteile. Wer sich beispielsweise die Geschäftsprozesse im Logistikumfeld genauer anschaut, der wird feststellen, dass sich mit der entsprechenden Flexibilität einiges an Zeit, Kosten und Mühen sparen lässt – etwa wenn sich kurz vor Abfahrt einer Lieferung die Route noch schnell umstellen lässt. Derartige Möglichkeiten ergeben sich allerdings nur, wenn ich in der Lage bin, die vorhandenen Daten schnell umzugruppieren, und diese (beinahe) in Echtzeit entsprechend zu analysieren.

Hier könnte es helfen, wenn sich entsprechende Reports zügig erstellen lassen, und dies sei nur möglich, wenn die darunterliegende Datenbank eine hohe Performance bietet. Dies hat SAP erkannt, und passt sein System an die aktuellen Herausforderungen entsprechend an. Somit wird es für die Unternehmen leichter, schnell und flexibel auf neue Aufgaben einzugehen, oder Veränderungen direkt vorzunehmen. Bei Projekten im SAP-Umfeld – wie eben bei einer Migration – fallen in der Regel sehr große Aufwände an. Daher sollten Firmen sehr überlegt an eine derartige Umstellung oder Einführung herangehen. Dazu gehören beispielsweise eine fundierte Risikoanalyse sowie eine Kostenabschätzung für das Projekt.

Rainer Huttenloher

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