Datenvolumen einer SAP-Umgebung reduziert sichKonsolidierungsaktionen mitplanen

26. Oktober 2018

Mit der S/4HANA-Infrastruktur gehen viele Vorteile einher, etwa Einsparungen an der Hardware. Denn das typische Datenvolumen einer SAP-Umgebung reduziert sich bei S/4HANA gegenüber der Vorgängerversion. Weitere Aspekte der Umstellung betreffen auch die Sourcing-Strategie des Anwenderunternehmens oder mögliche Konsolidierungsaktionen.

Eine IT- Infrastruktur auf der Basis von S/4HANA bietet den Unternehmen viele Vorteile, etwa Einsparungen an der Hardware. Oftmals lassen sich auch unterschiedliche Wege beschreiten, um klassischen Probleme anzugehen. Etwa wenn viele gleichartige Systeme vorhanden sind, lohnt sich eine Konsolidierung. Wenn der Umstieg auf S/4HANA sauber vorbereitet wurde, sprich Ballast abgeworfen, Prozesse neu hinterfragt und dann erst migriert wird, können durchaus größere Datenmengen eingespart werden – bis hin zu Faktor 10:1. Dies zieht sich durch alle Kategorien von Unternehmen, sprich vom kleinen Mittelständler bis hin zu den Großunternehmen. Dabei gilt: Selbst die kleineren Firmen funktionieren nach denselben, komplexen Regeln wie die „ganz Großen“.

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Integrationsaufwand besteht

Allerdings sind auch Herausforderungen zu meistern, wenn zum Beispiel Unternehmen unterschiedliche ERP-Systeme einsetzen. Für unterschiedliche ERP- und CRM-Systeme stehen genormte Schnittstellen zur Verfügung. Viel Interessanter wird es, wenn es um die Konformität und Unterstützung der einzelnen Schnittstellen geht, sprich sind diese zertifiziert, oder ist nur eine ‚grobe Kompatibilität‘ gegeben.“ Daraus resultiert meist eine Frage des eingesetzten Aufwands, um bestimmte Anwendungen „zu verheiraten“, und weniger die Frage, ob dies überhaupt möglich ist.

Ein wichtiger Aspekt bei einer Migration auf S/4HANA ist die Erfahrung eines Anwenderunternehmens – sprich ob es genügend SAP-Know-how mitbringt. Denn in diesem Fall können bestimmte Änderungen, die im Zuge einer neuen Version eingeführt werden, diskutiert werden. Diese Anwender sind dann auch in der Lage, diverse Änderungen nachzuvollziehen – etwa warum eine bestimmte Funktion in S/4HANA anders abgebildet wird, als das noch bei R3 der Fall war.

Sourcing-Modell auf dem Prüfstand

Eine weitere Fragestellung im Zuge einer Migration auf S/4HANA bezieht sich auf das passende Sourcing-Modell. Müssen Unternehmen bei einem Upgrade auf S/4HANA noch auf eigener Hardware aufsetzen? Generell stellt sich in einigen Fällen ein Trend zum Outsourcing heraus: Unternehmen verschieben Datenbanken und Workloads in die Cloud. Doch hier kommen viele Faktoren ins Spiel, doch meist geht es vor allem um die Kosten.

Denn ein Outsourcing-Konzept kann oftmals billiger realisiert werden, als ein Neukauf von Hardware und der benötigten Software. Zum anderen ist es problematisch, das benötigte Personal für eine On-Premise-Lösung dauerhaft bereitzuhalten. Doch Experten sind der Meinung: Falls bestimmte Grundvoraussetzungen bestehen, lohnt es sich meistens, eine interne Lösung im eigenen Rechenzentrum aufzubauen – vor allem wenn das notwendige Know-how in Form von fähigen Mitarbeitern vorhanden ist. Fehlt dieses jedoch, kann eine Auslagerung der Datenbanken und der Workloads durchaus sinnvoll sein.

Aussagekräftige Kostenvergleiche sind schwierig

Schwierig wird es allerdings, wenn man die jeweiligen Kosten genau gegenüberstellen will. Hier gibt es meistens keine realistischen Zahlen und Vergleiche, bei denen wirklich alle Faktoren berücksichtigt wurden. Daher spielen inzwischen Mittelwege, wie etwa die Verschmelzung von On-Premise und Cloud zur ‚Hybrid Cloud‘ eine immer wichtigere Rolle. Doch bei hybriden Lösungen kommt es auf die Kompetenz des Partners beziehungsweise des Providers an. Wenn hier alles passt, bekommt man ein System, dass sich der Cloud-Kunde selbst weder mit der entsprechenden Sicherheit, noch mit der benötigten Funktionsumfang oder der Verfügbarkeit bauen könnte.

Allerdings bekommen viele Unternehmen bei einer kompletten Auslagerung „Bauchschmerzen“. Denn sie haben keine direkte Kontrolle mehr über ihre Datenbanken und Prozesse. Auch wenn spezialisierte Public-Cloud-Anbieter dies vielleicht mit einer höheren Sicherheit oder Verfügbarkeit realisieren können, werden sich viele Firmen eher für eine Lösung im unternehmenseigenen Rechenzentrum entscheiden.

Speziell Firmen, die ihre R3-Umgebung stark modifiziert haben, werden weiterhin auf „ihre“ Eigenlösung setzen, anstatt auf vermeintlich standardisierte Public-Cloud-Angebote zu wechseln. SAP selbst setzt mit seiner S4/HANA Public Cloud auch entsprechende Akzente, konzentriert sich allerdings dabei auf Unternehmen mit einem klar umrissenen, standardisierten Nutzungsverhalten, und kann stark modifizierte und differenzierte Systeme in diesem Maße nicht abbilden.

Rainer Huttenloher

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